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Einwohnermeldeamt: Kampf gegen die Schlangen

Einwohnermeldeamt: Kampf gegen die Schlangen

Bis zu den Osterferien soll es im Einwohnermeldeamt wieder richtig rund laufen. Und die Bürgerbüros bleiben (bis auf Beyenburg) erhalten — so wie sie jetzt sind. Das ist gemeinsames Ziel von SPD und CDU.

Die beiden Mehrheitsparteien formulierten jetzt einen aus zahlreichen Details bestehenden Katalog von Veränderungen, der dem Wuppertaler Meldewesen ein serviceorientierteres, bürgerfreundlicheres Gesicht geben soll. Und zwar schnell: Bis zu den Osterferien (sie beginnen am 10. April) müsse die Situation im Steinweg-Meldeamt so verändert werden, dass sie einer "Großstadt würdig ist", sagen Renate Warnecke (SPD) und Michael Müller (CDU).

Der im Sommer angesichts endloser Warteschlangen, immensem Mitarbeiterkrankenstand und völliger Überlastung durch Oberbürgermeister Andreas Mucke und Dezernent Panagiotis Paschalis angestoßene grundlegende Veränderungsprozess läuft damit jetzt auf seine Zielgerade: Es ist geplant, dass der Stadtrat am 20. Februar über die bauliche, technische und atmosphärische Erneuerung des Einwohnermeldeamtes am Steinweg entscheidet.

Das erste Obergeschoss soll in einen großen Kundenbereich mit etwa 30 Serviceplätzen (jetzt sind es 16) verwandelt werden, zahlreiche Automaten fürs Bezahlen sowie für schnelle Anträge auf Führungszeugnisse und Meldebescheinigungen werden hinzukommen. Im Erdgeschoss soll ein offener Eingangsbereich mit großer Theke und sechs Servicepunkten entstehen, so dass das (Schlangen-)Warten der Vergangenheit angehört. Die Öffnungszeiten, so das Ziel von SPD und CDU, sollen von 34 Stunden in der Woche auf 45 anwachsen, zweimal pro Woche bis 18 Uhr dauern — und in Spitzenzeiten auch an Samstagen gelten. "Selbstverständlich in enger Abstimmung mit dem Personalrat", so Müller und Warnecke.

Sechs neue Mitarbeiter werden zurzeit eingearbeitet — alle (Umbau-)Kosten sind bereits in den aktuellen Stadthaushalt eingepreist. Das Ziel aller Beteiligten ist klar: Sämtliche Arbeitsabläufe sowie die Arbeits- und Service-Atmosphäre sollen sich deutlich verbessern — und, so Michael Müller: "Schlangen am Steinweg wollen wir nicht mehr sehen." Ein wichtiger Baustein dabei: Die idealerweise komplette Umstellung aufs Termingeschäft mit Reservierungen per Telefon oder Internet.

Bevor der Rat Ende Februar entscheidet, muss das Thema noch in vier Bezirksvertretungen, denn es geht auch um die Bürgerbüros in Langerfeld, Vohwinkel, Cronenberg und Ronsdorf. Die sollen genauso erhalten bleiben, wie sie jetzt sind — mit einem Öffnungstag pro Woche sowie vollem Service bis hin zum Antrag für neue Ausweispapiere. Lediglich das Aushändigen neuer Ausweise oder Pässe im Stadtteil wird kaum möglich sein. Allerdings kann man bestellte Papiere (mit Vollmacht) auch am Steinweg abholen lassen. Und für 2018 rechnen die Kommunalpolitiker mit einer Bundesgesetzänderung: Dann könn(t)en Ausweise und Pässe per Post verschickt werden. Aktuell ist das verboten.

Dem Wunsch nach mehr Öffnungszeiten in den Bürgerbüros erteilen SPD und CDU eine Absage: Das Ziel, den Ausgleich des Stadthaushaltes zu erreichen, stehe dem entgegen. Und Renate Warnecke formuliert die Prioritäten: "Es geht absolut vorrangig darum, die Zentrale am Steinweg zu stärken."