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Debatte: „Der Handel hat es in der Hand“

Debatte : „Der Handel hat es in der Hand“

Nachdem ver.di im vergangenen Jahr gegen zwei verkaufsoffene Sonntage geklagt hatte, wollen die Händler für dieses Jahr Planungssicherheit. Der Weg dorthin scheint jedoch steinig.

Als "angespannt" (Matthias Zenker, IG 1) und "nicht frei von Spannungen" (Matthias Nocke, Ordnungsdezernent) bezeichneten die Teilnehmer die Atmosphäre des Abstimmungsgespräches bezüglich der Sonntagsöffnungen 2017. Die Klage der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gegen die zwei verkaufsoffene Sonntage im November und Dezember vergangenen Jahres hatte bei den Einzelhändlern offenbar ihre Spuren hinterlassen. Und so forderte Ralf Engel, Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW, in Absprache mit den Wuppertaler Einzelhändlern einen Klageverzicht von ver.di. "Die Händler benötigen Planungssicherheit", so Engel.

Für Daniel Kolle, Bezirksgeschäftsführer von ver.di, ist ein solcher "Persilschein" jedoch indiskutabel. In einer Replik auf dessen Pressemitteilung wirft er Engel vor, nicht an Lösungen und einem Dialog interessiert zu sein. "Herr Engel sollte endlich zur Besinnung kommen und begreifen, dass der einzige Weg zu Planungs- und Rechtssicherheit die Auswahl oder Planung rechtskonformer Anlässe ist, zu denen dann die Sonntagsöffnung freigegeben werden kann. Der Handel hat es selbst in der Hand, sonst niemand."

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Die Stadt versucht währenddessen den Händlern mit einer Checkliste zu erklären, welche Voraussetzungen ein genehmigungsfähiger verkaufsoffener Sonntag erfüllen muss. Besonders viele Anträge seien bisher nicht eingegangen, heißt es. Doch viel Zeit bleibt den Händlern nicht mehr: Am 20. Februar soll der Rat über die genehmigungsfähigen Sonntage entscheiden. Als relativ gesichert gelten dabei die Sonntagsöffnung anlässlich von "Barmen Live", dem "Elberfelder Cocktail" und dem Vohwinkeler Martinszug.

Losgelöst von der angespannten Atmosphäre wollen die Interessengemeinschaften alle verkaufsoffenen Sonntage, die den neuen rechtlichen Voraussetzungen Rechnung tragen, bei der Stadt beantragen. "Für uns sind sie ein ganz wichtiges Signal im Kampf gegen den Onlinehandel", sagt Matthias Zenker: "Wir wollen, dass Einkaufen ein Event ist, bei dem man sich trifft."