Verkehr: Beton statt Holz

Verkehr : Beton statt Holz

Es gab schon hässlichere Brücken als die Fußgängerquerung aus Leimholz, die im Bereich Hipkendahl über die L 418 führt. Doch demnächst schlägt ihre letze Stunde — keine Holzbrücke hält 30 Jahre ohne Pflege aus...

Ersetzt wird die Brücke vom Landesbetrieb Straßen NRW durch eine Stahlbetonbrücke. Für deren Einsatz wurden erst 15, dann sogar 50 Meter Böschungsstreifen gerodet, eine Maßnahme, die vom Beirat der Unteren Landschaftsbehörde unter Bauchschmerzen abgesegnet wurde. Von Bedeutung ist der Überweg vor allem für die angrenzende Station Natur und Umwelt, denn über ihn führen viele Exkursionen und pflegerische Aktionen in das Naturschutzgebiet Gelpe. Dort reagiert man ein wenig überrascht auf die Ankündigung des Austauschs. "Wir hatten gehofft, das es im veranstaltungsärmeren Winter stattfindet, nun müssen wir einiges umdisponieren", sagt Stations-Sprecherin Kornelia Wegmann.

Dass die Brücke überhaupt dermaßen verrotten konnte, regt Ralf Geißendörfer, ehemaliger CDU-Stadtrat und Aktivist, scfreitaghon lange auf: "Vor über 20 Jahren habe ich die Stadt gebeten, Grünwuchs auf der Brücke zu entfernen, weil sonst Zwischenräume entstehen, die die Holz-Konstruktion sprengen." Auch habe er immer wieder geraten, den Holzsteg zu streichen, um seine Lebensdauer zu verlängern. Die alte Verwaltungsweisheit "Erst mal die Zuständigkeit prüfen" habe aber zu der Untätigkeit geführt, die jetzt den Abriss nach sich ziehe. Denn die Brücke gehört nicht der Stadt sondern "Straßen.NRW".

Die neue Brücke wird eine Bogenkonstruktion in Stahlbauweise mit einer Gesamtlänge von knapp 45 Metern sein. Foto: Straßen.NRW

Dessen Sprecherin Sabrina Kieback weist darauf hin, dass der Landesbetrieb Holzbrücken wegen des möglichen Pilzbefalls nur an ganz wenigen Stellen selbst unterhalte. Zwar gebe es mittlerweile langlebige Holzkonstruktionen aus verleimten Schichtholz. Doch würden baufällige Holzbauwerke meist durch andere Materialien wie Stahl ersetzt. Momentan befindet sich die Planung der neuen Brücke nach Angaben von "Straßen.NRW" in der Endphase. Ursprünglich sollte mit den Austauscharbeiten im September begonnen werden. Jetzt heißt es, wann genau mit dem Bau begonnen wird, stehe noch nicht fest. Den Nutzern der Brücke wird vor allem wichtig sein, dass bis zum Einsatz des neuen Überweges nicht Jahre vergehen — wie zuletzt in Beyenburg...

Mehr von Wuppertaler Rundschau