Ziel ist es, das bergische Städtedreieck durch eine beschleunigte kommunale Bauleit- und Landschaftsplanung besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten – zum Beispiel auf Starkregen, Hitze oder Trockenheit.
Digitale Zwillinge als Planungswerkzeug
Ein zentrales Werkzeug, um Planungsdaten zu gewinnen, sind die sogenannten Urbanen Digitalen Zwillinge. „Das sind lebendige, digitale Abbilder der Städte, in denen sich zum Beispiel zeigen lässt, wie sich neue Bauprojekte oder Grünflächen in der Zukunft auswirken. Die digitalen Modelle können dabei nicht nur von Fachleuten genutzt werden, ihre Visualisierungen sind auch für die Bürgerinnen und Bürger verständlich aufbereitet“, erklärt die Verwaltung.
Bis zum Jahr 2029 soll durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein gemeinsamer Datenraum für das bergische Städtedreieck entstehen. Ein Chatbot, ein digitaler sprechender Assistent, soll helfen, den Datenzugriff zu beschleunigen und Daten für den Planungsprozess aufzubereiten.
Gefördert wird das Projekt im Bergischem mit einem Volumen von 1.386 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über einen Zeitraum von vier Jahren. Unterstützt wird es zudem durch verschiedene Universitäten in Deutschland. Die Gesamtfinanzierung des Projektes für alle Partner beträgt mehr als sechs Millionen Euro. Das Bergische Städtedreieck und der Wupperverband haben sich als Modellregion in diesem Förderprogramm mit sieben weiteren Antragstellern gegen 100 weitere Bewerbungen durchgesetzt und sind gleichzeitig das größte Förderprojekt des Programms.
Städtedreieck als digitale Modellregion
„Planungsprozesse zu beschleunigen, ist eines unserer wichtigsten Ziele überhaupt“, betont Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. „Nicht nur um der Herausforderung Klimawandel besser zu begegnen, sondern für die Stadtentwicklung insgesamt. Wir werden dies nun im bergischen Städtedreieck in einem gemeinsamen Förderprojekt voranbringen und uns damit als digitale Modellregion weiter profilieren. Das ist ein Erfolg, der mich außerordentlich freut.“
„Digitalisierung betrifft uns alle – die bergischen Synergien wollen und werden wir nun nutzen. Bei EKLIPS3+1 kommen modernste Technologien wie Künstliche Intelligenz und Big Data zum Einsatz. Ob aktuelle Klima-, Geo- oder Fernerkundungsdaten – wir schaffen eine gemeinsame Faktenbasis, mit der wir viel effizienter steuern können. So werden wir als bergische Kommunen anpassungsfähiger, schneller und zielgenauer“, ergänzt Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm.
Remscheids Sven Wolf: „Klimaentwicklungen machen auch an den Stadtgrenzen nicht Halt, daher wollen wir unsere Städte gemeinsam fit machen. Die Lösungen, die durch unsere interkommunale Zusammenarbeit im Förderprojekt EKLIPS3+1 entstehen, sind wiederverwendbare Werkzeuge, die auch auf andere Kommunen übertragbar sind. Wir wollen damit zu Vorreitern für den Einsatz digitaler Technik in Planungsprozessen und besonders in Fragen der Klimaresilienz werden.“
Klimawandel macht nicht an Stadtgrenzen halt
„Als Wupperverband arbeiten wir bereits im gesamten Flusseinzugsgebiet der Wupper mit den Kommunen in der Klimafolgenanpassung zusammen. Durch EKLIPS3+1 wird nun die gemeinsame Nutzung von Urbanen Zwillingen als innovative Planungsgrundlage weiter vorangetrieben. Dies wird uns und unseren Mitgliedskommunen die Umsetzung unserer Projekte zu Hochwasser- und Starkregenvorsorge sowie Dürremanagement deutlich erleichtern und beschleunigen“, sagt Ingo Noppen (Vorstand des Wupperverbands).
„Klimawandel macht nicht an Stadtgrenzen halt. Deshalb brauchen wir gemeinsame Lösungen, die weitergehen. Das neue Förderprojekt EKLIPS3+1 ist ein wichtiger Schritt, um uns noch stärker als bisher zu vernetzen und den gemeinsamen „Datenschatz“ für konkrete Maßnahmen in unseren Städten zu nutzen“, erklärt Dr. Christine Pohl (Leiterin des Smart-City-Projektes „DigiTal Zwilling“ der Stadt Wuppertal.
Kooperation mit Universitäten und Forschungszentrum
EKLIPS3+1 steht für „Effizient und klimaresilient Planen mit drei städtischen digitalen Zwillingen (3) und dem Wupperverband (+1)“. Erstmals arbeiten Remscheid, Solingen und Wuppertal zusammen mit dem Wupperverband, der KISTERS AG, der Freien Universität Berlin, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, der Technischen Universität Dortmund, der Universität Potsdam und der HafenCity Universität Hamburg an gemeinsamen Lösungen für die Beschleunigung der klimaangepassten Stadtplanung.