Standorte stehen fest Wuppertaler „Living Lab NRW“-Häuser bleiben in der Region

Wuppertal · Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe ist an der Wuppertaler Nordbahntrasse ein neues Kapitel angebrochen. Gleich mehrere der Gebäude, die dort bislang im „Living Lab NRW“ erforscht wurden, hat die Bergische Universität nun an neue Eigentümerinnen und Eigentürmer übergeben.

Symbolische Schlüsselübergabe: Mit den neuen Hauseigentümerinnen und -eigentümern freuten sich unter anderem die Projektverantwortlichen Dr. Katharina Simon (6.v.li.), Prof. Karsten Voss (5.v.r.) und Uni-Rektorin Prof. Birgitta Wolff (3.v.re.).

Foto: Friederike von Heyden

Die Häuser werden zukünftig für ganz unterschiedliche Zwecke weitergenutzt – von gemeinwohlorientierter Quartiersarbeit über Bildungs- und Umweltangebote bis hin zur Einbindung in Tourismuskonzepte.

Mehr als drei Jahre lang hat die Fakultät für Architektur und Bauingenieurwesen der Bergischen Universität Wuppertal das „Living Lab NRW“ als Reallabor für klimaneutrales und nachhaltiges Bauen genutzt. Acht von Studentinnen und Studenten aus aller Welt entworfene und realisierte Gebäude dienten dabei als Forschungs-, Demonstrations- und Vermittlungsorte für innovative Ansätze in Architektur, Bauforschung und Stadtentwicklung.

Mit der Übergabe an die neuen Eigentümerinnen und Eigentümer steht fest: Fünf Bauten verbleiben in der Region. Mit ihnen können nun neue Aufgaben und Angebote umgesetzt werden.

Das Haus „Local+“ (erbaut von Studierenden der FH Aachen) bleibt am jetzigen Standort und wird künftig für gemeinwohlorientierte Quartiersangebote vom Begegnungszentrum Alte Feuerwache Wuppertal genutzt. Im Fokus stehen insbesondere Angebote für Kinder und Familien, etwa zu Ernährung, Bewegung und mentaler Gesundheit. Damit wird das Gebäude zu einem wichtigen Ort für soziale Infrastruktur in der Wuppertaler Nordstadt.

Die Häuser „Lungs of the City“ (Universität Pécs) und „Fistlife“ (TU Prag) gehen an die BUGA 2031 gGmbH Wuppertal und werden im Rahmen der Bundesgartenschau 2031 als öffentliche Anlaufstellen weiterentwickelt. „Lungs of the City“ bleibt an der Nordbahntrasse erhalten, „Fisrlife“ wird an einen neuen Standort in Wuppertal-Vohwinkel umgesetzt.

Das Haus „MIMO“ (HSD Düsseldorf) wird von der Deepwood GmbH übernommen und soll mit neuer Cortenstahl-Fassade im Müngstener Brückenpark als innovatives Zentrum für Besucherinnen und Besucher und touristische Anlaufstelle für den Brückensteig sowie das Bergische Städtedreieck dienen. Das Gebäude wird perspektivisch auch im Kontext der Bundesgartenschau 2031 eine Rolle spielen.

Der Infopavillon „Urban Hub“ wird von den Wirtschaftsbetrieben Duisburg übernommen und im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027 Teil eines Umweltlernpfads und für Bildungs- und Vermittlungsangebote genutzt.

Das „Haus X4S“ (Hochschule Biberach) kehrt an die Hochschule Biberach zurück und wird dort künftig für Forschung und als Teil des Projekts klimaneutraler Campus weiter genutzt.

„Die Gebäude stehen für Innovation, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie zukunftsweisendes nachhaltiges Bauen und Leben in der Stadt. Vor allem haben sie zahlreichen Studierenden ermöglicht, klimagerechtes Bauen nicht nur im Hörsaal zu lernen, sondern in der Praxis zu erproben und selbst mitzugestalten“, betonte Projektleiterin Dr. Katharina Simon bei der Schlüsselübergabe.

Prof. Dr. Birgitta Wolff (Rektorin der Bergischen Universität Wuppertal): „Die unterschiedlichen Nachnutzungen zeigen, wie aus einem wissenschaftlich motivierten Projekt konkrete Anwendungen in Stadtgesellschaft, Bildung, Tourismus und Regionalentwicklung entstehen können. Auch so entfaltet das Living Lab NRW eine nachhaltige Wirkung. Das Living Lab bietet ein eindrucksstarkes Schaufenster dafür, welche kreativen Möglichkeiten Wissenschaft bieten kann, um Fragestellungen zu untersuchen, die uns alle angehen, und dafür praxiswirksame Antworten zu entwickeln.“

Das vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt „Living Lab NRW“ wird im laufenden Jahr abgeschlossen. Über die vielfältigen Erkenntnisse daraus werden die Projektverantwortlichen im Rahmen einer Abschlussveranstaltung voraussichtlich im Herbst berichten. Zudem ist die Veröffentlichung eines Buchs mit den Ergebnissen in Planung.