Utopiastadt will Campus errichten: An der Trasse und direkt am Puls der Stadt

Utopiastadt will Campus errichten: An der Trasse und direkt am Puls der Stadt

Der Utopiastadt-Campus wird etappenweise Realität. Die Macher haben nun weitere 11.000 Quadratmeter erworben und sich zusätzlich 24.000 gesichert — für große Visionen.

ehr als drei Jahre ist es her, dass es aus der Wuppertaler Utopiastadt hieß: "Wir kaufen uns die Stadt zurück!" Gemeint war die Spendenaktion "1M²", die dazu aufrief, einen von insgesamt 500 Quadratmetern Campusfläche rund um Utopiastadt mit 100 Euro zu finanzieren.

Dies ist bis heute weit über 600 Mal geschehen; die Aktion, die nach wie vor weiterläuft, war jedoch nur der Aufbruch zu einem größeren Ziel.
Gründer und Geschäftsführer Christian Hampe veröffentlichte damals auf der Utopiastadt-Website: "Es gibt die einmalige Situation, dass auf knapp 60.000 Quadratmetern Bahnhofsbrache ein integrativer Campus an der Schnittstelle von Sozialem, Kultur, Sport und Mikroökonomie entstehen kann, (…) für eine nachhaltige und sozial sinnvolle Stadtgesellschaft."
Mitte Dezember verkündeten Christian Hampe und weitere Protagonisten aus Utopiastadt nun den Kauf von immerhin 11.000 sowie weiteren gesicherten 24.000 Quadratmetern.

"Und das ist unser aller Areal", betonte Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke beim Pressegespräch und verwies damit gleich auf die erste der insgesamt sieben Utopiastadt-Leitfragen: Was bringen Projekte dem Gemeinwohl? "Hier entsteht neuer Raum zum Experimentieren, zum Spinnen und Entwickeln", umschrieb es Ralf Gloerfeld als einer der drei Vorstandsvorsitzenden des Utopiastadt-Vereins.

"Und unmittelbar an der Trasse ist man damit hier direkt am Puls der Stadt", so Christian Hampe, der die geplante Nutzung konkretisierte: Diese reichte dann nämlich zukünftig von der bereits gestarteten "Raumstation" für unter anderem Messen und Märkte, über eine Kombination aus Fahr- und Lastenradverleih mit Car-Sharing, bis hin zur Utopia-Werkstadt in Kooperation mit der Bergischen Universität auf dem Grifflenberg.
Und da der Kauf der Fläche nun mal auch finanziert werden müsse, seien zudem kostenpflichtige Parkplätze angedacht; diese wiederum könnten auch die angespannte Parkplatzsituation im Quartier entschärfen. Als weiterer Vorstandsvorsitzender betonte David J. Becher: "Es geht hier um eine finanzielle Grundausstattung, die weit mehr als ein herkömmlicher Wirtschaftsplan ist."

Es liegt nun, da sind sich die Beteiligten einig, viel Arbeit vor ihnen, um alles wie gewünscht realisieren zu können. Dementsprechend langfristig wird entwickelt — in mindestens drei Etappen, erläuterte Projektbetreuer Johannes Schmidt. Aber, so David J. Becher: "Wir glauben natürlich daran. Sonst wäre es nicht Utopiastadt."

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