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Kritik an der Wuppertaler Gesamtsituation : Missstände und Misswirtschaft

Kritik an der Wuppertaler Gesamtsituation : Missstände und Misswirtschaft

Betr.: Döppersberg- Mauer, Straßenverkehrs- und Meldeamt, Rundschau-Leserbrief

Sehr geehrte Frau Bunke,

ich habe mich riesig über Ihren Brief in der Wuppertaler Rundschau gefreut.

Ich lebe nun seit 16 Jahren hier in Wuppertal und mir verschlägt es von Jahr zu Jahr immer mehr die Sprache. Es soll durchaus Leute geben, denen meine Maulsperre sehr gelegen käme.

Sie gehen sehr milde mit dem aktuellen Zustand unserer Stadt um. Nicht alleine die Mauer am Döppersberg ist ein finanzielles Desaster. Nein, die Verantwortlichen lassen für 1,8 Millionen die Reste der „Bergischen Sonne“ entsorgen, um die Grundstücke an interessierte Firmen zu verkaufen.

Machen wir weiter mit dem Ausbau des ehemaligen Schauspielhauses, wo ja ab 2027 wahrscheinlich die Reste des Pina-Bausch-Tanztheaters einziehen sollen. Zur Zeit verfällt das Gebäude mit der Toleranz des Stadtkämmerers und unseres Oberbürgermeisters.

Machen wir weiter mit dem Gebäude der ehemaligen Bundesbahndirektion am Döppersberg in Elberfeld. Dieses Gebäude soll in Zukunft von der Stadt für sehr viel Geld angemietet werden, um einige Ämter dorthin zu verlagern.

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Auch erinnere ich an die lange Diskussion bezüglich der Fenster des Bahngebäudes welches ja im Ur-Zustand wieder erleuchten sollte. Da habe ich mich dann auch an den Kopf gefasst. Runde Fenster? Eckige Fenster? Welch ein Unsinn, die Fenster des Bahngebäudes sieht heute doch eh keiner.

Weiter: Zurzeit wird in Barmen die Fußgängerzone mit einem neuen Pflaster versehen. Kostet ebenfalls Millionen. Der Witz hier ist, es muss darauf geachtet werden, dass die Fugen der Steine nicht ausgefegt werden. Erinnern wir uns, dass schon nach wenigen Wochen das Pflaster so verdreckt war, dass für viel Geld eine Reinigungsfirma mit der Reinigung beauftragt werden musste. Warum spart man sich auf dem Werth nicht die Abflussrinne in der Mitte und legt dort einen durchgehenden Mittelstreifen an, wo Bäume die Innenstadt verschönern und zum Verweilen einladen. Dann wäre es schwierig, mit dem Auto durch die Fußgängerzone zu fahren und die Passanten lustig vor sich herzujagen.

Warum findet der Wochenmarkt in Barmen am Freitag und am Samstag auf dem Parkplatz hinter dem Rathaus statt und nicht auf dem Vorplatz des Rathauses? Das würde die Innenstadt beleben. Strom ist doch auch auf dem Rathausplatz vorhanden.

Weiterhin ist der Dönberg zur Zeit (seit fünf Jahren) ohne Nahversorgung. Jegliche Anfragen bei der Stadt werden abgeblockt mit den Worten „wir stehen in Verhandlungen“. Bis heute ist nichts passiert. Viele ältere Menschen ziehen hier oben weg, weil sie kein Auto haben und aus Angst nicht den Bus benutzen. Interessiert die Stadtobersten nicht.

Sie sehen, die Liste ist unendlich zu verlängern und zu ergänzen. Sehen Sie sich doch bitte die Städteplanung an: Als ich nach Wuppertal kam, war in Elberfeld ein Euro-Laden neben dem anderen. Heute sind es Handyläden. Mieten zu unmöglichen Preisen. In Barmen schießen gerade die Döner- Geschäfte, Kosmetikstudios und Friseure aus dem Boden. Ein unmögliches Bild.

Das ist doch kein Wunder, wenn die Bürger nach Düsseldorf oder in andere umliegende Städte fahren, um dort alles oder zum größten Teil alles an einem Ort bekommen.

Wer ist für diese Missstände verantwortlich? Was ist zu tun, damit diese Misswirtschaft ein Ende nimmt? Wir benötigen einen Oberbürgermeister, der seine Verwaltung und vor allem aber seinen Kämmerer im Griff hat. Dies ist zurzeit, ich spreche aus Erfahrung, absolut nicht der Fall.

Es ist an uns, etwas zu ändern und dies nicht weiterhin einem unfähigen Stadtrat zu überlassen.Am 13. September haben wir die Möglichkeit, eine Änderung herbeizuführen. Ob sich das dann so ändert, wie wir es wünschen oder vorstellen, steht auf einem anderen Blatt.

Es kann nicht auf der einen Seite geschrien werden, dass es Wuppertal finanziell nicht gut geht und auf der anderen Seite hauen Oberbürgermeister und Stadtkämmerer das Geld so aus dem Fenster.

Lassen Sie es uns kurz zusammenfassen mit den Worten: Es wird bestimmt anders – aber ob das dann besser ist?

Willi Waljor-Platz