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Erfahrungen mit Informations-Chaos : Großes Corona-Durcheinander

Erfahrungen mit Informations-Chaos : Großes Corona-Durcheinander

Betr.: Gesundheitsamt Wuppertal

Am 22. Oktober musste ich wegen eines Wespenstichs mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht werden. Am 23. Oktober wurde ich wieder entlassen. Am 24. Oktober bekam ich von der Klinik die Mitteilung, dass ich positiv auf das Corona-Virus getestet wurde und mich beim Gesundheitsamt unter der Nummer 563–2000 melden muss. Selbstverständlich sollte ich ab sofort für 14 Tage in Quarantäne.

Nach vielen Versuchen kam ich nach einer Warteschleife von etwa 20 Minuten durch. Der Mitarbeiter teilte mir mit, dass das Amt automatisch vom Krankenhaus informiert wird, und dass sie sich melden würden. Es tat sich aber nichts. Also habe ich es am 27. Oktober nochmals angerufen – mit demselben Ergebnis.

Dann, am 1. November, meldete sich das Gesundheitsamt mit dem Hinweis, ich sollte mich sofort in Quarantäne begeben. Die Frage nach eventuellen Kontaktpersonen oder Symptomen wurde nicht gestellt. Mit dem Hinweis darauf, bekam ich die Antwort, dass sich wegen der Symptome ein anderes Team meldet und wegen der Kontaktpersonen ein weiteres.

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Das Team mit der Frage nach den Symptomen meldete sich dann am 3. November bei mir. Da ich während der ganzen Zeit keinerlei Symptome hatte, wurde ich mit sofortiger Wirkung von der Quarantäne befreit, ohne einen neuen Test zu machen. Auf die Frage, was denn mit meiner Frau sei, bekam ich nur die Antwort: „Wie, Sie haben eine Frau? Darüber haben wir hier keine Information.“ Wie denn auch? Fühlte sich ja bisher keiner zuständig.

Zitat: „Dann muss Ihre Frau ab sofort zu Hause bleiben. Haben Sie sich von Ihrer Frau getrennt?“ Kein Witz! Meine Antwort: „Natürlich nicht, wie meinen Sie das?“ Amt: „Ja von Bett und Tisch.“ Den Rest erspare ich mir.

Auf den Hinweis, dass ich bisher keinerlei Angaben zu Kontaktpersonen machen konnte, sagte man mir wiederholt: „Die melden sich noch.“ Fakt ist, bis heute, Stand 9. November, hat sich immer noch keiner vom Gesundheitsamt deswegen gemeldet. Und deswegen sind meine Frau und die Kontaktpersonen sowie meine Wenigkeit freiwillig zum Test gegangen. Mit bis hierhin positivem Ausgang – alle negativ!

Fazit: Ich weiß nicht, wie das Gesundheitsamt die Pandemie in den Griff bekommen will. So jedenfalls nicht.

Ich bin davon überzeugt, dass nicht nur in Wuppertal so gearbeitet wird.

Klaus Wendt