Leser: Differenziert betrachten

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Betr.: ""Erstmal an die Regeln halten", Leserbrief zum Radverkehr

Sehr geehrter Herr Jäger,

Sie sprechen mir aus dem Herzen: Hört man nicht täglich von den vielen Radfahrern, die wieder die wenigen Straßen zugeparkt, ungeschützte rechtsabbiegende Autofahrer zu Tode gefahren, die Luft verschmutzt und beschallt, die Straßen verstopft und den Platz geraubt haben? Auch die Verkehrssünderkartei in Flensburg wurde sicher nur wegen der Radfahrer gegründet. Ach halt, ich vergaß die Fußgänger, die immer wieder selbstvergessen Autos vor die Füße fallen — auch eine äußerst gefährliche Verkehrsgruppe. Aber Ironie beiseite: Vielleicht ist es ja auch der Neid, der Sie antreibt. Da kann ich Ihnen nur empfehlen: Schaffen Sie sich ein möglichst PS-armes Modell an und schließen Sie sich auch mal den Radfahrern an. Denn eine differenziertere Betrachtungsweise hilft in jedem Fall weiter.

P.S.: Die Luisenstraße wird als Radfahrstraße geführt (was Vorfahrtsregeln natürlich nicht aushebelt). Angrenzend befinden sich einige Einbahnstraßen, die für Radfahrer im Gegenverkehr frei gegeben wurden — ein Faktum, was nicht nur an dieser Stelle von anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht zur Kenntnis genommen wird.

Frank Merten (Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und ÖPNV-Nutzer)

(Rundschau Verlagsgesellschaft)