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Wuppertaler Jugendtheater„Close Up: Rollenbilder und ihre Entwicklung

Jugendtheater „Close Up“ : Über Rollenbilder und ihre Entwicklung

Geschlechterrollen stehen fest. Seit Jahrtausenden wissen Männlein und Weiblein um ihren Platz. Oder etwa nicht? Das Jugendtheater „Close Up“ nimmt sich mit seiner achten Produktion „Paradigma“ genau dieser Frage an. Uraufführung ist am Samstag (23. April 2022) im Haus der Jugend Barmen (Geschwister-Scholl-Platz 4-6).

14 junge Leute zwischen 13 und 21 Jahren haben das Stück mit den Theaterprofis Charlotte Arndt und Dilara Baskinci gemeinsam entwickelt. „Dieses Mal ist das Tanztheater ein zentrales Element“, berichtet Charlotte Arndt. Wie in den Jahren zuvor wurde die Musik für das Stück eigens von Musikern vom „Royal Street Orchestra“ komponiert. In einigen Szenen wird auch gesungen.

Kacper Krug (19) fasst die Handlung des Stückes kurz zusammen: „Es geht um Rollenbilder und wie sie sich entwickelt haben.“ Auf der Suche nach einer Antwort, ob und wie diese Entwicklung passiert ist, begeben sich ein Mann und eine Frau auf eine Zeitreise - vom Anbeginn der Menschheit, über die Antike, das Mittelalter, die Aufklärung bis in die Gegenwart. Doch statt einer Antwort eröffnen sich ihnen nur neue Fragen.

 Das Ensemble.
Das Ensemble. Foto: Close Up

Ist ein längst überfälliger Paradigmenwechsel nötig, der die Menschen dazu zwingt, ihre chromosomenbelasteten Scheuklappen abzulegen? „Für mich war die Auseinandersetzung mit diesem Thema sehr wichtig“, erzählt Helin Altundal (21), die seit der ersten „Close Up“-Produktion jedes Jahr dabei ist. Gender Studies sei ein Bestandteil ihres Studiums.

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Das in acht Monaten erarbeitete und – trotz Corona – in Präsenz geprobte Stück – ist aber nicht als Lehrstück zu verstehen. „Wir hinterfragen Rollenbilder kritisch und sarkastisch“, erläutert Victoria Krüsmann. Die 18-Jährige hat im Laufe der Proben festgestellt, dass Geschlechterklischees auch heute noch existieren. „Der Gedanke, dass alle gleich sind, ist noch nicht überall angekommen – zum Beispiel in der Arbeitswelt.“