1. Kultur

Im Studio von Wolf Birke: „Das ist unser Wuppertal“

Im Studio von Wolf Birke : „Das ist unser Wuppertal“

Vom Gesamtanblick einer Wandinstallation gefesselt, die zurzeit im Studio von Wolf Birke in der Luisenstraße 87a in Wuppertal zu sehen ist, diskutieren Betrachterinnen und Betrachter über das großformatige Werk mit den Maßen von circa 300x720 Zentimetern.

Eine komplette präsentiert die Arbeit, die zugleich viele Arbeiten beinhaltet. 25 Einzelgemälde des Künstlers Detlef Bach wurden von dem Künstler Kyot zu einem kaleidoskopischen Bild „zusammengeschnürt“. „Das Gespräch zweier Seelen“, so nennen Bach und Kyot ihre gemeinsame Arbeit, wirkt in erster Linie durch seine Fernwirkung. Es ist so, als lausche man aus der Ferne einem Gespräch – ohne es eventuell so ganz zu verstehen. Man hört bzw. man sieht Fetzen, vernimmt Details, vieles bleibt zunächst unklar und unverständlich. Geht man aber näher heran an das Bild und „Gespräch“, so erfährt man weitere interessante Details.

Einige Besucherinnen und Besucher entdecken Fotos, weitere Gäste entziffern Gedichtzeilen, eine Frau ist schlicht fasziniert, wie sich eine „Graffiti-Sprache“ in gestische Malerei verwandeln lässt, „wenn man in das Bild hineintaucht“. Was die Betrachterinnen und Betrachter beeindruckt, ist die Tatsache, dass eine voreilige Beurteilung des Kunstwerks unmöglich ist, da es sich gar nicht nur um ein Bild handelt.

  • Feridun Zaimoglu.
    Am 12. Oktober in Elberfeld : Feridun Zaimoglu: Lesung und Gespräch in Wuppertal
  • Optisch, musikalisch, atmosphärisch klasse: „Die fürchterlichen
    „Die fürchterlichen Fünf“ im K4-Theater : Toll für Kinder – und Ältere
  • Die Bergische Uni auf dem Grifflenberg.
    Am 22. Oktober ab 11 Uhr : Bergische Uni: Führung zum Jubiläum

Es sind viele, die paradoxerweise wiederum ein Ganzes ergeben. Neongrüne Stöcke vervollständigen das Werk und erweitern es sogar noch in den gesamten Ausstellungraum hinein. „So etwas haben wir noch nie gesehen“, schwärmen einige und beteiligen sich somit sogleich liebevoll an dem „Gespräch zweier Seelen“.

„Wir sollten alle vielmehr auf einander hören und uns nicht selber so sehr in den Vordergrund drängen“, fasst am Ende eines Ausstellungstages eine Besucherin das Bild für alle zusammen. Und sie meint dies überaus positiv und wohlwollend. Und ein Mann fügt noch euphorisch hinzu: „Das ist unser Wuppertal.“ Urbane Kunst, wie man sie eventuell hier und da in unserer Stadt sehen, zieht sich über „klassische“ Schönheit. Alles wirkt lebendig. Das Auge kann nicht aufhören zu entdecken.