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Immobilien-Rundschau: Frank Müller zum Klimapaket der Bundesregierung

Immobilien-Rundschau : Das Ende der Ölheizungen

Immobilien kaufen, besitzen und verkaufen - das ist auch in Wuppertal ein Thema mit vielen Fragezeichen. Führende Marktexperten erklären in der Rundschau, was Anbieter und Interessenten wissen sollten. Heute: Frank Müller zu den Folgen des Klimapaketes der Großen Koalition für Immobilienbesitzer.

Am vergangenen Freitag hat die Bundesregierung das Klimapaket geschnürt, mit verschiedenen Auswirkungen für Hauseigentümer und Mieter. Ab dem Jahre 2026 dürfen keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden. Strom soll jedoch preiswerter werden.

In den Strompreisen von etwa 0,30 Euro je Kilowattstunde, die Verbraucher im Moment bezahlen, sind etwa 78 Prozent Steuern und Abgaben enthalten. Der Strom selbst kostet also nur rund 6 Cent. Etwa genauso viel (6,4 Cent) werden für die Umlage gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) berechnet. Diese Umlage soll schrittweise um bis zu 0,625 Cent je Kilowattstunde im Jahre 2023 sinken. Das entspricht einer Kostenentlastung von etwa 5 Prozent.

Ölheizungen tragen etwa 4 Prozent zum CO2-Ausstoß in Deutschland bei. Denen möchte die Bundesregierung jetzt den Garaus machen. Der Einbau neuer Ölheizungen soll ab 2026 generell verboten werden. Bislang ist nicht bekannt, ob auch ein zeitliches Ende für bestehende Anlagen definiert wird. Zurzeit sieht es nicht danach aus. Faktisch wird es demnach also spätestens etwa im Jahre 2050 keine Ölheizungen mehr geben, weil auch die neuen Anlagen bzw. die Heizungen, die noch bis 2026 errichtet werden, dann das Ende der technischen Nutzungsdauer erreicht haben. Hauseigentümer, die mit Öl heizen, werden jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Preiserhöhungen zu erwarten haben, da die zur Heizölverteilung erforderlichen Brennstoffhändler durch die Abnehmende Anzahl an Versorgungseinheiten die Preise erhöhen müssen.

Wer keinen Gas- oder Fernwärmeanschluss im Haus hat, für den wird es teuer. Diese Hauseigentümer erwarten nicht nur die Investitionskosten in ein neues Heizungssystem, sondern zudem Anschlusskosten, die sehr erheblich sein können.

Im Moment sollten Besitzer von Ölheizungsanlagen abwarten, wie die zu erwartenden Förderprogramme, die durch die Bundesregierung angekündigt wurden, konkret ausgestaltet werden. Geplant sind Förderungen von bis zu 40 Prozent, um Investitionsanreize bei der Umrüstung auf effizientere und schadstoffärmere Heizungssysteme zu schaffen.