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Wuppertaler Impfzentrum ab Montag in Vollbetrieb

Neues aus dem Krisenstab : Wuppertaler Impfzentrum ab Montag in Vollbetrieb

Insgesamt steigen die Impf-Kapazitäten aufgrund der deutlich erhöhten Produktionsmengen an Impfstoffen so stark an, dass das Impfzentrum am Campus Freudenberg nach Angaben der Stadtverwaltung in der kommenden Woche in den Vollbetrieb einsteigt. Dies bedeutet acht statt bislang fünf Impfstraßen an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr.

Damit seien bis zu 1.000 Impfungen täglich möglich, heißt es es dem Rautahs. Auch soll aufgrund der höheren Verfügbarkeit der Impfstoffe von der Grundlinie abgewichen werden, dass die Seren für die Zweit-Impfung zurückbehalten werden. „In zwei oder drei Wochen können wir entscheiden, ob es für die Zweit-Impfungen eine Dependance-Lösung in dezentralen Impfstraßen geben soll oder ob inzwischen die niedergelassenen Ärzte bereits eigene Impf-Angebote machen können“, erklärt Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. „Das Impfzentrum leistet großartige Arbeit. Daher danke ich dem gesamten Team für seinen vorbildlichen Einsatz ganz herzlich, aber auch unserer Bergischen Universität, die uns dies ermöglicht hat.“

Wichtig: Es bleibt trotz der erhöhten Kapazitäten aktuell beim Reservierungssystem ausschließlich für die durch Gesetz impfberechtigten Personen. Wer ohne Termin zum Impfzentrum kommt, wird nicht geimpft. Personen aus der Kategorie 1, die noch nicht geimpft sind, sollten sich jetzt zügig um einen Termin kümmern, denn mit jeder impfberechtigten Gruppe der nächsten Kategorie wird die Nachfrage enorm wachsen. „Impfen wirkt, das sehen wir an der äußerst positiven Entwicklung in unseren Pflegeeinrichtungen, wo es kaum noch Infektionen gibt“, wirbt chneidewind.

Zum Anfang der Woche erreichten das Service-Center der Stadt nach eigenen Angaben rund 2.000 Anrufe pro Tag zum Thema Impfen. Hintergrund waren die Ankündigungen des Landes mit Blick auf neue impfberechtigter Gruppen. Allerdings hinkt hier die rechtliche Grundlage für die konkrete Terminreservierung etwas hinterher, denn die entsprechenden Erlasse folgen Schritt für Schritt. Der Appell des Krisenstabs lautet daher generell: „Bitte sehen Sie von Einzelanfragen an die Service-Nummern der Corona-Hotline oder der Service-Nummer 116117 der Kassenärztlichen Vereinigung ab.“

Die Gruppen, die konkret impfberechtigt sind, erhalten die relevanten Informationen über ihre Arbeitgeber, ihren Arzt oder, wenn es sich um die Altersgruppen handelt, durch ein Einladungsschreiben von Landesgesundheitsminister Laumann. Eine ständig aktualisierte Übersicht der impfberechtigten Personen gibt die Stadt auf ihrer Homepage.

Impfungen für Grundschul-Lehrer, Erzieherinnen, Polizeibeamte, Stationäre Jugendhilfe

Die Stadt hat in dieser Woche alle Grund- und Förderschulen, OGS-Träger, Kita-Träger und Einrichtungen der Stationären Jugendhilfe angeschrieben. Alle in den Einrichtungen regelmäßig tätigen Personen, also neben Lehrern und Erzieherinnen auch Schulsekretärinnen, Praktikanten in Kitas, Küchen- und Reinigungskräfte, Sozialarbeiter und Hausmeister, die eine Impfung möchten, erhalten dann ihr Impfangebot jeweils blockweise. Der Krisenstab bittet diese Impfberechtigten ausdrücklich, von Einzelanfragen an das Service-Center der Stadt oder die Reservierungs-Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung abzusehen, damit die Systeme dort nicht überlastet werden. Einzig Wuppertals 250 Tagespflegepersonen vereinbaren ihre Impftermine selbst.

Gesundheitsdezernent Stefan Kühn weist vorsorglich darauf hin, dass die Impfungen aus organisatorischen Gründen teilweise während der Öffnungszeiten der Kitas stattfinden und auch mögliche Impffolgen zu Ausfällen von Personal führen können. „Hier bitten wir die Eltern für kurzfristige zusätzliche Einschränkungen  im Betreuungsangebot um ihr Verständnis. Die Impfungen haben für uns höchste Priorität: Sie bewahren uns künftig vor Corona-bedingten Ausfällen und sorgen für Sicherheit in unseren wichtigen Bildungseinrichtungen für die Kinder.“

Entscheidung des Krisenstabs: Impfung als Arbeitszeit

Sollen Impf-Termine und pauschale Wegezeiten als Arbeitszeit gewertet werden? Der Krisenstab der Stadt bejaht diese Frage für die Beschäftigten der Stadt Wuppertal und möchte damit ein Anreiz-Zeichen für die Impfung setzen. „Wir wollen uns damit als Arbeitgeber klar positionieren“, so Krisenstabsleiter Johannes Slawig. „Die empirische Forschung weist aus, dass Anreize die Impfbereitschaft etwa bei Grippeschutz-Impfungen deutlich erhöhen konnten. Wir sind daher überzeugt, dass dieses Entgegenkommen an die Beschäftigten eine gute Investition ist, um die langfristige Leistungsfähigkeit der Verwaltung sicherzustellen. Wir würden uns freuen, wenn weitere Wuppertaler Unternehmen diesem Beispiel folgen würden, damit die Impf-Motivation in unserer Stadt so hoch wie möglich ist.“

Menschen mit Vorerkrankungen brauchen noch etwas Geduld

Auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, die im Falle einer Infektion mit einem schweren Verlauf rechnen müssen, sollen spätestens ab Ende März ihr Impfangebot bekommen. Das Bundesgesundheitsministerium hat in der Bundesimpfverordnung die folgenden Vorerkrankungen als Begründung für eine vorzeitige Impfung festgelegt:

  • a.       Personen mit Trisomie 21,
  • b.       Personen nach Organtransplantation,
  • c.       Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression,
  • d.       Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt,
  • e.       Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung,
  • f.        Personen mit Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%),
  • g.       Personen mit Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung,
  • h.       Personen mit chronischer Nierenerkrankung,
  • i.         Personen mit Adipositas (Personen mit Body-Mass-Index über 40),
  • j.         Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

Patienten unter den Buchstaben „a“ bis „i“ sollen ab Ende März ein Impfangebot durch die Kassenärztlichen Vereinigungen erhalten. Aktuell erarbeitet die Verwaltung an einem möglichst einfachen Formular für behandelnde Ärzte von Patienten unter „j“, denn diese müssen die gleichrangige Vorerkrankung für ihre Patienten bescheinigen. Weitere konkrete Vorgaben des Landes für das Verfahren werden in Kürze erwartet.

„Auch wenn der Wunsch nach einer baldigen Impfung bei diesem Kreis verständlicherweise besonders groß ist, müssen wir daher noch um ein wenig Geduld bitten“, erklärt Oberbürgermeister Uwe Schneidewind dazu. „Wir sind unter Hochdruck dabei und sichern ein pragmatisches Vorgehen im Sinne der Betroffenen zu. Wir wissen um die besondere Bedeutung einer Impfung für diese Bürgerinnen und Bürger. In wenigen Wochen sollen laut Bundesgesundheitsminister Spahn auch Impfungen in den Praxen der niedergelassenen Ärzte und Impfungen pflegebedürftiger Menschen der Pflegestufe 5 bei ihnen zuhause möglich sein. Das ist eine gute und wichtige Perspektive, die auch aus der schwierigen Situation von Menschen mit schweren Vorerkrankungen viel Druck nehmen könnte.“

Vorbereitet ist außerdem eine Härtefallregelung für Patienten, die so schwer erkrankt sind, dass sie eine sofortige Impfung benötigen. Diese so genannten Höherstellungsanträge sollen von den Kommunen an die Deutsche Rentenversicherung weitergeleitet und dort einheitlich geprüft werden.

Ratsbeschluss: Kostenübernahme von Taxi-Fahrten zum Impfzentrum für Bedürftige über 80

In seiner Sitzung am Montag (1. März 2021) hat der Rat eine Übernahme der Taxikosten bei Fahrten zum Impftermin für bedürftige Menschen in der Altersgruppe über achtzig Jahre beschlossen. Das Sozialamt wird dazu in einem einfachen Verfahren rund 1.100 Bezieherinnen und Beziehern von Grundsicherung oder Wohngeld über achtzig Schreiben zuschicken, die sie für Fahrten zu den beiden Impfterminen den Taxifahrern als Berechtigungsnachweis für eine kostenlose Fahrt überreichen können. Die Sammelabrechnung erfolgt dann direkt mit der Stadt.

Schnelltestzentren

Der Appell des Krisenstabs an potentielle Betreiber von Schnelltestzentren ist auf positive Resonanz getroffen: Das Ziel, solche Zentren möglichst schnell in die Fläche zu bringen, wurde von mehreren Unternehmerinnen und Unternehmern aufgegriffen. Vier Schnelltestzentren wollen in Wuppertal kurzfristig starten oder sind schon in Betrieb. Fünf bis sechs weitere sind projektiert.

„Nachdem die Bund-Länder-Konferenz gestern eine breite Schnellteststrategie als Basis für stufenweise Lockerungen verkündet hat, bin ich überzeugt, dass wir uns gemeinsam mit den unterschiedlichen Betreibern auf einen richtigen Weg gemacht haben, damit das auch in Wuppertal zügig umgesetzt werden kann“, erklärte hierzu Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. „Ich danke allen für ihren unternehmerischen Mut und ihr Engagement im Kampf gegen die Pandemie.“ Krisenstabsleiter Johannes Slawig sichert ein unkompliziertes schnelles Prüfverfahren durch die Verwaltung zu. „Ich erhoffe mir außerdem möglichst kurzfristig Aussagen der Bundesregierung zu kostenlosen Testmöglichkeiten für alle. „Sie wären eine fundierte Basis für abgesicherte Wiederöffnungen von Gastronomie, Kultur und Freizeitangeboten.“

Gefahr durch Mutationen: Verlängerung der Quarantäne auf 14 Tage

Die Quarantänezeit für alle Menschen mit einem positiven PCR-Test beträgt ab sofort 14 Tage. Hintergrund ist eine aktualisierte Empfehlung des Robert-Koch-Instituts mit Blick auf die in der Bundesrepublik grassierenden, besorgniserregenden Virusvarianten: In Wuppertal beträgt der Anteil der britischen Variante B.1.1.7 unter den vom Gesundheitsamt in seinem Hauptlabor in Auftrag gegebenen Testungen Ende vergangener Woche rund 50 Prozent mit rasant steigender Tendenz. Dieser Umstand ist aus Sicht des Gesundheitsamtes mit verantwortlich für die anhaltend hohen Infektionszahlen in der Region und muss daher durch eine längere generelle Quarantäne eingedämmt werden.

Sportfreianlagen geöffnet, Hallen sollen wenn möglich nachziehen

Wuppertal gehört zu den wenigen Städten, die ihre Sportfreianlagen auf Basis der aktuellen Coronaschutzverordnung bereits flächendeckend geöffnet haben. Der Betrieb konnte problemlos aufgenommen werden, berichtet Sportdezernent Matthias Nocke. „Läuferinnen und Läufer freuen sich, die komfortablen Strecken wieder nutzen zu können. Wo es doch mal eng wird, machen die Platzwarte freundlich aufmerksam. Das klappt. Kompliment an die Nutzer.“ Probleme gebe es auf vielen der nach wie vor geschlossenen Kleinspielfeldern, die von Jugendlichen trotz Sperrung und Hinweisschildern zum Fußballspielen mit bis zu vierzig Leuten genutzt würden. Hier kündigen Slawig und Nocke nach einem Strategiegespräch mit dem Polizeipräsidenten gezielte Kontrollen durch Ordnungsamt und Polizei an und warnen ausdrücklich vor empfindlichen Strafen, sollten Ansprachen alleine keine Wirkung zeigen.

Auch die im Dezember aufgrund der niedrigeren Temperaturen geschlossen Sporthallen sollen nach dem Beschluss des Krisenstabes, da wo möglich, für den Schulsport wieder geöffnet werden.