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Wuppertaler Experten erklären: Welche Vorteile haben FFP2-Masken?

Interview mit Wuppertaler Experten : Welche Vorteile haben FFP2-Masken?

Welche Vorteile haben FFP2-Masken im Vergleich zu Alltagsmasken und was ist bei ihrer Benutzung zu beachten? Darüber klären die Experten Dr. Matthias Kaul (Institut für Partikeltechnologie) und Philipp Franz (Fachgebiet Sicherheitstechnik/Arbeitssicherheit) von der Bergischen Universität Wuppertal auf.

Rundschau: Was bedeutet FFP?

Kaul: „Die Abkürzung FFP stammt aus dem englischen und bedeutet ,filtering face piece’, was sich frei als filtrierendes Gesichtsteil übersetzen lässt. Der Begriff bezeichnet die Klassifikation von ,partikelfiltrierenden Halbmasken’ in den Klassen 1 bis 3 nach der Europäischen Norm EN 149. Die Einteilung ist vor allem für den Bereich des Arbeitsschutzes von Bedeutung.“

Franz: „Genau, die 3 verschiedenen Klassen entsprechen dabei verschiedenen Schutzstufen. Hierbei kann man sagen, dass zurzeit die Klasse FFP2 einen ausreichenden Schutz vor einer aerosolgetragenen Infektion darstellt.“

Rundschau: Wie funktionieren FFP2-Masken?

Kaul: „Bei FFP2 Masken wird die Ein- und die Ausatemluft durch ein filtrierendes Vlies geleitet. Durch die besondere Faserstruktur werden Partikeln und Tröpfchen beim Durchdringen des Materials aufgrund unterschiedlicher physikalischer Effekte zu über 94 Prozent abgeschieden. Sofern die genutzte FFP2-Maske nicht mit einem Ausatemventil versehen ist, welches die Ausatemluft unfiltriert ausströmen lässt, schützt man so sich selber und sein Umfeld.“

Rundschau: Wie trägt man sie richtig?

Franz: „Wie bei Alltagsmasken ist es wichtig, dass die Maske über Mund und Nase getragen wird und vollständig aufgefaltet ist. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Maske wirklich dichtschließend ist. Bedeutet, dass die Maske bspw. im Bereich der Wangen und am Kinn eng anliegt. Zusätzlich haben die Masken einen Nasenbügel, welcher genutzt werden sollte, um die Maske im Bereich der Nasenpartie abzudichten. Ebenso sollte man Masken nur mit gewaschenen oder desinfizierten Händen auf- und absetzen.“

 Dr. Matthias Kaul, Institut für Partikeltechnologie der Bergischen Universität Wuppertal.
Dr. Matthias Kaul, Institut für Partikeltechnologie der Bergischen Universität Wuppertal. Foto: Bergische Universität Wuppertal

Rundschau: Und was ist mit Barträgern? Sitzt die Maske dann bei ihnen nicht undicht?

Kaul: „Bartträger können die FFP2-Masken tatsächlich nicht bestimmungsgemäß und sicher tragen. Sofern der Bart den dicht anliegenden Sitz der Maske am Gesicht verhindert, kann die Ein- und auch die Ausatemluft zu Teilen die Maske unfiltriert passieren und stellt somit ein Sicherheitsrisiko dar.“

Rundschau: Sind FFP2-Masken besser als Alltagsmasken? Bieten sie neben Selbstschutz auch mehr Fremdschutz?

Franz: „Trägt man eine FFP2-Maske korrekt, so kann man sich und andere wirkungsvoller vor einer Infektion schützen, als es mit Alltagsmasken der Fall ist, da auch die Gefährdung einer aerosolgetragenen Infektion reduziert wird. Hier ist aber zu beachten, dass ein Fremdschutz nur gegeben ist, wenn es eine Maske ohne Ausatemventil ist. Ein ausreichender Selbst- und Fremdschutz ist aber nicht nur von der Maske abhängig, sondern auch durch die konsequente Befolgung der „AHA+L“ Regeln.“

 Philipp Franz, Fachgebiet Sicherheitstechnik / Arbeitssicherheit der Bergischen Universität Wuppertal.
Philipp Franz, Fachgebiet Sicherheitstechnik / Arbeitssicherheit der Bergischen Universität Wuppertal. Foto: Bergische Universität Wuppertal

Rundschau: Können FFP2-Masken wiederverwenden werden? Kann man sie desinfizieren?

Franz: „Prinzipiell sind FFP2-Masken meistens nur zum einmaligen Gebrauch vorgesehen. Genauso sollten diese z.B. auch nicht in die Mikrowelle oder Waschmaschine gelegt werden. Dies kann die Schutzwirkung der Maske aufheben und garantiert auch keine ausreichende Desinfektion. Hier empfiehlt es sich an die Vorgaben des Herstellers zu halten.“

Rundschau: Was bedeutet eigentlich KN95?

Franz: „Dies steht für einen Maskentyp, der auf einem chinesischen Standard beruht. Diese durften unter gewissen Bedingungen und spezieller Prüfung auf dem deutschen Markt bereitgestellt werden.“