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Wuppertal: Stadt gibt neue Infos zur Corona-Situation

Corona-Pandemie : Erste Corona-Opfer in Wuppertal

Die Stadt Wuppertal informiert über die aktuelle Corona-Situation. Stand Montag (23. März 2020), 9 Uhr, gibt es 109 bestätigte Fälle und die ersten beiden Corona-Toten in der Stadt. Die Pressekonferenz im Liveticker.

Die Pressekonferenz ist nach 50 Minuten beendet.

Hohe Geldstrafen oder Haft möglich: Stadtdirektor Johannes Slawig unterstreicht, dass durch die landesweite Verordnung jetzt auch eine direkte Verpflichtung der Polizei besteht, bei Verstößen einzugreifen. Die 30 Strafanzeigen und 16 Ordnugswidrigkeits-Verfahren seien auch eine Tatsache. Verstöße könnten mit bis zu 25.000 Euro oder Haftstrafen geahndet werden, das zeige, wie ernst es sei. Der unterste Satz sind 200 Euro. Ordnungsdezernent Nocke ergänzt: „Wir hatten am Wochenende acht Teams zur Verfügung, von denen fünf unterwegs waren. So haben wir heute noch mehr zur Verfügung. Das funktionale Zusammenwirken mit der Polizei ist jetzt durch die Verordnung gewährleistet.“ Samstag habe es 23 Gewerbekontrollen, die zu 12 Feststellungen geführt haben. Befremdet sei er darüber, dass es auch Läden gab, die nach den Hinweisen des Ordnungsamts geschlossen und dann gleich wieder geöffnet haben. Auch die Kollegen des Jugendamtes seien eingebunden, die Spielplatzkontrollen durchgeführt haben.

Hilfe für die Tafel: Stefan Kühn berichtet von einem finanziellen Hilfsangebot für die Tafel durch die Bethe-Stiftung, die Arbeit der Wuppertaler Tafel spontan mit 250.000 Euro unterstützen möchte. Die Tafel hatte zuletzt wegen fehlender Lebensmittel, Probleme mit den Schutzmaßnahmen und Bedenken der Ehrenamtler die Arbeit einstellen müssen. Jetzt soll sie kurzfristig wieder an den Start gehen. Dank der Finanzspritze, Schutzausrüstung und der Rekrutierung anderer Hilfskräfte sei das möglich. „Wir streben an, ab Freitag zu beginnen und montags von 14 bis 16, mittwochs und freitags von 12 bis 14 Uhr zu öffnen. Dienstags und donnerstags können wir andere Hilfsdienste mit gepackten Tüten beliefern“, so ein Tafelsprecher.

Neue „Nachbarschaftshilfe Corona“: Auf der städtischen Homepage www.wuppertal.de gibt es jetzt eine statteilbezogene Übersicht der Hilfsangebote.

Bitte nicht hamstern! Andreas Mucke erneuert den Appell, keine Hamsterkäufe zu tätigen. Viele Bürger hätten ihn darauf angesprochen, dass sie bei Käufen leer ausgehen. Es gebe keine Notwendigkeit dafür. Gleichzeitig dankt Mucke den Mitarbeitern in den Supermärkten, die hier auch den Unmut von Menschen abbekommen, die leer ausgehen. Sie seien genauso Helden des Alltags wie das medizinische Personal oder die Mitarbeiter der öffentlichen Verkehrsmittel. Man müsse sich dabei auch klar machen, dass wir ja erst am Anfang der Krise. Sie meistern könne man nur solidarisch.

Testkapazitäten sollen verdoppelt werden: Kühn: „Wir haben auch über das Wochenende intensiv an den Prozessen im Gesundheitsamt gearbeitet. Wir haben bei telefonischer Erreichbarkeit aufgestockt und beim Personal, das die medizinischen Entscheidungen trifft. Wir sind jetzt bei 70 Testungen am Tag, das wird in Zukunft nicht ausreichen. Wir hoffen, unsere Testkapazitäten diese Woche verdoppeln zu können. Die Testungen sind extrem wichtig.“

Erste Corona-Opfer in Wuppertal: Sozialdezernent Stefan Kühn nennt die aktuellen Zahlen, die sich stündlich ändern: In Wuppertal gibt es aktuell (Stand 23. März, 9 Uhr) 109 bestätigte Corona-Fälle, weitere 998 Personen sind in Quarantäne. Im Vergleich zu Freitagabend sind das 200 Betroffene mehr. Kühn: „Es gibt dabei immer statistische Verzerrungen, aber die Fallzahlen gehen auf jeden Fall dynamisch nach oben. Die Maßnahmen waren also in jedem Fall richtig.“ Außerdem eine traurige Nachricht: „Es gibt die ersten beiden Todesfälle. Eine Person ist Freitagabend gestorben, eine gestern.“ Es handele sich um ältere Menschen mit Vorerkrankungen, die in Wuppertal in stationärer Behndlung waren. Damit sei man leider in einer neuen Phase der Krise.

Landesweit gültige Verordnung: Andreas Mucke weist darauf hin, dass es gestern eine landesweite Verordnung gab. Das ist etwas anderes als ein Erlass, der noch lokal umgesetzt werden muss. Er entspricht im wesentlichen dem, was die Stadt schon zuvor als Allgemeinverfügung herausgegeben hatte. Einziger Unterschied: Die Zwei-Personen-Regelung. Der Erlass werde jetzt von Ordnungsamt und Polizei mit entsprechenden Strafen umgesetzt. Man nehme auch HInweise der Bevölkerung auf Versammlungen von mehr als zwei Personen, die nicht aus einem Haushalt sind, entgegen.

Die Verstöße ... Bei den Kontrollden von Ordnungsamt und Polizei wurden 30 Verstöße registriert.

Dank an die Bevölkerung: Oberbürgermeister Andreas Mucke bedankt sich für die Disziplin der Wuppertaler. Er habe sich Samstag und Sonntag in der Stadt umgeschaut. Die ganz überwiegende Mehrheit habe sich an die Vorgaben gehalten.

Guten Tag aus dem Rathaus: Hier beginnt gleich die Pressekonferenz des Oberbürgermeisters.