Die Sanierung des Sandsteins beginnt auf der Südseite. „Der Naturstein wird denkmalgerecht gereinigt und saniert, die Sandsteinfiguren werden restauriert. Ursachen für Durchfeuchtungen werden beseitigt, am Dach müssen Anschlussstellen abgedichtet werden. Naturstein-, Putz- und Stuck-, Fenster- und Metallbau- sowie Dach- und Spenglerarbeiten stehen an, zudem sind Maler und Lackierer im Einsatz. Eine besondere Herausforderung sind die Arbeiten an den je vier Figuren an den beiden Südtürmen“, erklärt die Verwaltung.
Aktuell ist die rechte Hälfte der Südfassade eingerüstet, die Freigabe für dieses Gerüstteil wurde erteilt. Das restliche Gerüst soll bis Ende Juli aufgebaut sein. Dann sollen auch in den Treppenhäusern im Gebäude die Gerüste für die Fenstersanierung gestellt werden.
Um den Tagungs- und Konzertbetrieb während der Sanierung zu gewährleisten, wird der Bauablauf in enger Absprache mit der Stadthallen GmbH geplant. Die Baumaßnahme wird in vier Bauabschnitte aufgeteilt, wobei bis Ende 2028 zunächst die Südfassade saniert wird. Die Durchführung des ersten Bauabschnitts hat der Rat der Stadt im Dezember 2025 mit Gesamtkosten in Höhe von rund 13,5 Millionen Euro beschlossen.
Um die nächsten Bauabschnitte an den anderen Fassadenseiten durchführen zu können, ist ein weiterer Ratsbeschluss erforderlich. Die Dach- und Fassadensanierung wird mit 2,6 Millionen Euro vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
An der freigegebenen Gerüstseite startet nun die detaillierte Schadensaufnahme. „Wenn die restlichen Gerüstteile freigegeben sind, kann die Vernetzung der Turmfiguren entfernt werden. Auch die Figuren werden dann in Augenschein genommen“, heißt es aus dem Rathaus.
In einem Turm im Verwaltungsbereich wurde mit der Fenstersanierung begonnen: „Aus den Erfahrungen dieses Schrittes lässt sich der Aufwand für die Fenstersanierung in den Treppenhäusern genauer einschätzen, die in der Sommerpause stattfinden soll. Die Holzfenster werden vor Ort aufgearbeitet, wobei die Verglasung gegen eine Sonnenschutzverglasung ausgetauscht wird.“
„Bevor alles besser wird, werden wir für einige Zeit erst einmal mit einer Baustelle leben“, so Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. „Eine Herausforderung ist es zudem, die Arbeiten im laufenden Betrieb zu schultern. Die Investition in unsere schöne Stadthalle ist es aber wert, gehört sie doch zu Europas schönsten Konzertsälen mit einer ganz ausgezeichneten Akustik. Mit den Erfahrungen der Sanierung der Südseite können wir gut vorbereitet in die weiteren Sanierungsschritte auf den weiteren drei Seiten des Gebäudes gehen.“
Stadthallen-Chefin Silke Asbeck: „Die Sanierung der Fassade ist eine Operation am offenen Herzen. Wir sind bei jedem Schritt in enger Abstimmung mit dem städtischen Gebäudemanagement, um den Betrieb nicht einschränken zu müssen. Uns ist sehr bewusst, dass die Besucherinnen und Besucher mit gewissen Einschränkungen umgehen müssen. Umso mehr freut es mich, dass die Planung bislang zuschauerfreundlich über die Bühne gehen konnte.“
Mirja Montag (Leiterin des städtischen Gebäudemanagements): „Die Erkenntnisse aus dem ersten Bauabschnitt fließen in die Planung der weiteren Bauabschnitte ein, von denen jeder etwa zwei Jahre dauern wird. Daher beobachten wir im Moment jeden Schritt besonders sorgfältig. Davon erhoffen wir uns auch, dass die nächsten Bauabschnitte zügig abgewickelt werden können.“