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Teilsperrung der Friedrich-Ebert-Straße in Wuppertal: 53 Prozent dafür

Teilsperrung der Friedrich-Ebert-Straße : 53 Prozent sind für die Teilsperrung

Rund 85 Meter lang ist das Stück der Friedrich-Ebert-Straße genau gegenüber dem Laurentiusplatz. Die Strecke soll in Zukunft für den Autoverkehr tabu sein. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat dazu jetzt 370 Unternehmer im betroffenen Viertel befragt.

137 Antworten gab es – und im Ergebnis votiert eine, wie die IHK es nennt, „knappe“ Mehrheit von 53 Prozent für die Teilsperrung. 37 Prozent erwarten negative Auswirkungen, 15 haben sich noch nicht festgelegt. 

IHK-Geschäftsführer Thomas Wängler kritisiert – ebenso wie Michael Kozinowski, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft (IG) Friedrich-Ebert-Straße –, dass niemand mit den Einzelhändlern und Anwohnern im Viertel gesprochen habe, bevor die Bezirksvertretung Elberfeld die Teilsperrung auf den Weg gebracht hatte.

Die Befürworter erwarten durch die Sperrung weniger Lärm, eine angenehmere Atmosphäre und dadurch ein attraktiveres Umfeld sowie mehr Kunden insbesondere für die Gastronomie. Die Gegner befürchten durch die erschwerte Erreichbarkeit per Pkw und den Wegfall von Parkplätzen den Verlust von Kunden und damit Umsatzverluste. Thomas Wängler: „Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass ältere oder behinderte Menschen den direkten Zugang mit dem Auto bevorzugen würden. Außerdem wird erwartet, dass durch die Verlagerung des Verkehrs auf andere enge Straßen dort Verkehrsprobleme entstehen würden.“ Auch auf mögliche Probleme für den Lieferverkehr wird aufmerksam gemacht. Thomas Wängler dazu: „Das lässt sich aber sicher lösen.“

IHK und IG haben sich auf eine gemeinsame Linie verständigt: Befürwortet wird die Sperrung des Straßenstückes werktags ab 17 Uhr und am Wochenende. Gefordert wird dabei, dass Polizei und Ordnungsamt strenge Kontrollen durchführen. Das Ziel: Vor allem die lärmenden „Auto-Poser“ aus dem Viertel zu verbannen.

Eine andere grundsätzliche Idee, die für das gesamte Quartier Zukunftspotenzial haben könnte: Gemeinschaftsstraßen nach niederländischem Vorbild, auf denen alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt unterwegs sein können.

Apropos grundsätzlich: Michael Kozinowski und Thomas Wängler haben erhebliche Bauchschmerzen „bei kleinteiligen Maßnahmen ohne Blick auf das Ganze der Verkehrssituation in der Elberfelder City“. Die Teilsperrung ist in ihren Augen genau solch eine „kleinteilige Maßnahme“.

IG-Chef Kozinowski schaut auf das Quartier rund um die Laurentiuskirche: „Unser Areal ist gut durch Corona gekommen. Wir möchten jetzt unseren Rhythmus wiederfinden und nicht gleich wieder ein anderes Problem beackern müssen.“ Buchhändler Kozinowski macht unter anderem auch geltend, dass eine schnelle Realisierung der Teilsperrung das ab Herbst beginnende Weihnachtsgeschäft gefährden könne.