Offene Diskussion gefordert FDP will „Else“ im Kaufhof-Gebäude nicht ausschließen

Wuppertal · Die FDP-Ratsfraktion will das Elberfelder Kaufhof-Gebäude am Neumarkt nicht von vornherein als Standort für die Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule ausschließen. Notwendig sei eine „ergebnisoffene Prüfung“.

 So könnte der Eingangsbereich nach ersten Vorschlägen künftig aussehen.

So könnte der Eingangsbereich nach ersten Vorschlägen künftig aussehen.

Foto: Coinel

In der öffentlichen Diskussion gibt es Bedenken. So befürchtet die Schulleitung unter anderem eine zu große Ablenkung für die Schülerinnen und Schüler, da der Standort sich in der Innenstadt befindet. Außerdem wird die Nähe zu Wettbüros und Spielotheken kritisiert. Diese sind im Umkreis von 500 Metern einer Schule nicht erlaubt.

„Es gibt auch Chancen für die Schule, wenn sie in das Kaufhof-Gebäude einzieht“, findet die Fraktionsvorsitzende Karin van der Most. „Der Standort hat Potenzial, sich mit innerstädtischen Akteuren zu vernetzen, neue Raumformate und innovative Lernkonzepte möglich zu machen und gleichzeitig die Innenstadt als Ort gesellschaftlichen Lebens zu bereichern. Ein neues attraktives Schulgebäude mit hoher Aufenthaltsqualität sorgt für Wohlbefinden und könnte gegen die befürchtete Schulverweigerung wirken.“

Die Bedenken der Schulleitung, die Schülerschaft könne sich zu sehr durch das Innenstadtangebot ablenken lassen, seien „ernstzunehmen und müssen in der Planung und mit gestalterischen und pädagogischen Konzepten und Ansätzen begegnet werden. Die Stadtbibliothek im gleichen Gebäude könnte hervorragende Kooperationen ermöglichen“, so die Vorsitzende des Schulausschusses.

Außerdem könnte man auf Erfahrungen etwa der Kölner Innenstadtschulen zurückgreifen, „die ein abwechslungsreiches Angebot an Lernformen und Freizeitbeschäftigungen zu bieten haben und über gute pädagogische Konzepte verfügen“. Van der Most: „Die Alternative für die Else wäre ein Neubau oder die Sanierung im Bestand. Beides wäre frühestens 2032 fertig. Und in der Zwischenzeit müsste die Schule in das Telekom-Gebäude als Interimsschule ziehen und hätte in dieser Zeit zwei Standorte und somit auch zusätzliche Fahrtwege während des Schulalltages. Ob das die bessere Alternative für die Schule ist?“

Die sich wandelnde City müsse „weiter belebt werden und einen vielfältigen Nutzungsmix erhalten. Zugleich sollten Orte für Gastronomie, Kultur und Bildung entstehen. Eine weitere Schule würde die Mischung gut ergänzen. Auch ist die Innenstadt exzellent an dem ÖPNV angebunden. Dies bedeutet für die Schülerinnen und Schüler auch kürzere Fahrtwege“, meint die FDP. „Am Ende der Prüfung, wenn alle Fakten auf den Tisch liegen, wird der Rat der Stadt Wuppertal abwägen müssen zwischen den Risiken und den Chancen einer schulischen Nutzung des Kaufhof-Gebäudes.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort