Anja Liebert und Kathrin Becker Elberfelder City: „Ein nachhaltiges Gesamtkonzept fehlt"

Wuppertal · Baustellen, Leerstände und eine noch ungewisse Zukunft für das Kaufhof-Gebäude: Die grüne Bundestagsabgeordnete Anja Liebert hat sich mit Katrin Becker (Centermanagerin der City-Arkaden und Vorstand der Elberfelder Händlergemeinschaft IG 1) über den Zustand der Innenstadt unterhalten.

Kein Anziehungspunkt ...

Kein Anziehungspunkt ...

Foto: Christoph Petersen

Dabei ging es um mögliche Konzepte, um die Situation zu verbessern. Auch der Vergleich zu anderen Städten wurde gezogen. So seien anderswo zum Beispiel Second-Hand-Läden ein erfolgreiches Modell. Wichtig sei, etwas zu probieren, aber auch mit Blick darauf, dass Konzepte sich als nachhaltig erweisen, so Liebert und Becker.

Das gelte erst recht für eine Neunutzung des Kaufhof-Gebäudes. Ein Problem, vor dem viele Kommunen in Deutschland stehen und das auch Liebert (in der Bundestagsfraktion zuständig für das Thema Entwicklung der Innenstädte) und ihre Fachkolleginnen und -kollegen im Bund beschäftigt.

Wie Becker für Wuppertal erläuterte, hätten Geschäftsleute sowie Händlerinnen und Händler durchaus noch Interesse, sich in der Innenstadt anzusiedeln. „Aber es ist schwierig, ihnen aktuell Wuppertal ,zu verkaufen‘." Es gebe große Themen für die Zukunft, waren sich Liebert und Becker einig. Etwa die Bahndirektion, die bald als „drittes Rathaus" genutzt werden soll, die Bundesgartenschau, die Entwicklung an der Hofaue oder eben der Kaufhof.

„Die Frage ist, wo will Wuppertal hin?“, sagte Becker mit Blick auf die Stadtspitze. Es fehle ein Gesamtkonzept. „Man muss die Leute an einen Tisch holen“, meint Becker, und im Gespräch alle Themen behandeln. „Dazu gehört zum Beispiel auch die Zukunft des Neumarkts.“

Liebert sprach von weitreichenden Vernetzungen, die notwendig seien: „Der große Wurf fehlt bisher.“ Sie forderte eine Verbesserung der Kommunikation unter allen beteiligten Stellen, was auch Becker anprangerte. Ihre Idee, eine City-Manager oder eine City-Managerin in Elberfeld zu installieren, sieht Liebert positiv: „So gebe es einen konkreten Ansprechpartner oder eine Ansprechpartnerin.“ In Berlin will die Bundestagsabgeordnete zudem weiter um Fördermittel für die Innenstadtentwicklung werben.