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Langerfelder Trasse: Zu teuer für eine zu kurze Strecke?!

Langerfelder Trasse : Zu teuer für eine zu kurze Strecke?!

Seit die "Wuppertalbewegung" die Schwarzbachtrasse zwischen Wichlinghausen und Langerfeld in eigener Regie umbaut, bemüht sich der Verein "Neue Ufer Wuppertal", der für einen durchgehenden ufernahen Wupperradweg kämpft, um zusätzliche fast zwei Kilometer auf der so genannten Langerfelder Trasse.

Aus dem Rauental heraus soll der Anstieg Badische Straße durch eine Fahrt auf diesem neuen Weg durch den stillgelegten Leibuschtunnel entschärft werden.
Dajana Meier, Chefin von "Neue Ufer Wuppertal": "Zwischen Rauental und Grundstraße würde die 1,8 Kilometer kurze Strecke die Nord- und Südhöhen, Wupper, Schwelme und Ruhr verbinden. Die von uns angesprochenen Firmen Vorwerk, 3M und Erfurt haben viele potenzielle Fahrradpendler in ihren Belegschaften."

Für die "Wuppertalbewegung" hat die Langerfelder Trasse eine untergeordnete Bedeutung, obwohl der zweite Vorsitzende Lutz Eßrich Zustimmung signalisiert und von einer "schönen, tollen Strecke" spricht. Die "Wuppertalbewegung" hat mittelfristig die Verlängerung der Sambatrasse, die Wiederbelebung der früheren Loh-Hatzfeld-Trasse und der Bahntrasse von der Nächstebrecker Straße über die A 1 nach Schwelm im Blick.

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Früher gehörte Dajana Meier zu den Gründungsmitgliedern der "Wuppertalbewegung", initiierte den "Tanztunnel" am Dorrenberg und ging dann mit "Neue Ufer" eigene Wege. Nach dem Erfolg der "Wuppertalbewegung" mit der Schwarzbachtrasse beim Bundeswettbewerb "Klimaschutz durch Radverkehr" bewirbt sich nun auch "Neue Ufer" um Bundesmittel. Ein eigenverantwortlicher Umbau mit Kosten von 3,3 Millionen Euro ist nicht zu erwarten. Vielmehr setzt Dajana Meier auf die Stadt, die sich aber wegen der zahlreichen Brückensanierungen und geringen Planungskapazitäten sowie finanziell überfordert sieht. Priorität: ganz hinten — bestenfalls mittelfristig.

Unabhängig davon hat Oberbürgermeister Andreas Mucke seine Unterstützung zugesagt: "Ich werde auf eine Lösung drängen, die den Radweg ermöglicht. Dieser kann nach Fertigstellung der Loh-Hatzfeld Trasse und der Sambatrassenverlängerung realisiert werden. Ich freue mich auf einen weiteren Baustein für die Fahrradstadt Wuppertal 2025." Auch die Bezirksvertretungen Langerfeld und Heckinghausen sieht Meier hinter sich.

Wuppertals ADFC-Vorsitzender Klaus Lang: "Natürlich wäre es interessant, wenn man die Trasse auch bis nach Heckinghausen verlängern könnte. Allerdings sind die Kosten ganz erheblich. Ob das realistisch zu stemmen ist, betrachten wir mit einiger Skepsis. Viel Aufwand für Tunnel und Rampe zum Straßenniveau. Alles in allem viel Geld für einen kurzen Radweg." Diese Aussage übrigens unterstreicht Lutz Eßrich von der "Wuppertalbewegung" ausdrücklich.

Für die "Langerfelder Trasse" gibt es eine besondere Schwierigkeit: Entlang der beiden S7-Gleise müsste auf dem stillgelegten Gleiskörper ein abgetrennter Radweg geschaffen werden, der dann im Tunnel verläuft. Diesen dritten Tunnel will die Bahn mit Abraum aus den Nachbartunneln, aus denen eine Röhre werden soll, zuschütten. Eine Initiative dazu läuft, das Planfeststellungsverfahren steht für Herbst 2019 an.

Oberbürgermeister Mucke hat in einem Schreiben an den Verein "Neue Ufer" zugesichert, sich bei der Bahn dafür einzusetzen, dass keine Verfüllung der Tunnel erfolgt, um die Realisierung der Langerfelder Trasse nicht von vorneherein unmöglich zu machen. Dieses Bemühen will der Verein jetzt mit einer besonderen Aktion unterstützen. Dajana Meier: "Das alles hat uns bewogen, eine Stadtradelgruppe ,Radeln für die Langerfelder Trasse' zu gründen. In ihr können alle, die diese Trasse wollen, vom 2. bis 22. September Kilometer sammeln und ein Signal setzen. Die großen Betriebe an der Wupper, wie Erfurt und Vorwerk, radeln in dieser Gruppe mit. 3M hat sogar eine eigene Stadtradelgruppe gegründet mit Namen ,3M radelt für die Langerfelder Trasse'".

"Stadtradeln" ist ein bundesweiter Klimaschutz-Wettbewerb, an dem sich 2018 auch Wuppertal beteiligt. Mehr Infos unter www.stadtradeln.de.

Was bringen Bahntrassen?

Dazu Klaus Lang vom Vorstandsduo des ADFC: "Grundsätzlich sehen wir die Konzentration der Radverkehrsdiskussion auf Bahntrassen sehr skeptisch. Natürlich sind sie ein Rückgrat für ein Verkehrsnetz mit vielen Vorteilen, allein reichen sie aber nicht aus, um Alltagsradverkehr zu fördern. Dies kann man erst dann erreichen, wenn auch im alltäglichen Straßenverkehr in der Fläche bessere Bedingungen geschaffen werden." Genau da, so Klaus Lang, habe Wuppertal noch erheblichen Nachholbedarf.