Wuppertaler Versorgungsamt: „Das ist eine unzumutbare Situation“

Zehn Stellen nicht besetzt : Wuppertaler Versorgungsamt: „Das ist eine unzumutbare Situation“

Die Personalsituation ist nicht nur beim Wuppertaler Einwohnermeldeamt und bei der Zulassungsstelle kritisch. Jetzt schlägt auch das Sozialamt Alarm: Beim städtischen Team Grundsicherung sind per 1. Mai zehn Stellen nicht besetzt.

Sozialamtsleiter Michael Lehnen war sichtlich betroffen, als er diese Woche im Wuppertaler Seniorenbeirat über die aktuelle Lage in der Anlaufstelle für die Empfänger von Grundsicherungsleistungen an der Friedrich-Engels-Allee 76 berichten musste.

Und dabei erklärte, was zehn Kräfte zu wenig bedeuten: „Die Soll-Fallzahl pro Mitarbeiter liegt bei 182, damit kann man die Menschen gut betreuen. Im Moment sind wir aber bei 400. Das ist nicht mehr zu händeln.“

Die Folge: Wegen der langen Bearbeitungszeiten kommen immer mehr Betroffene zum Amt am Haspel und erkundigen sich nach dem Sachstand. Lehnen: „Die Wartebereiche sind nicht für so viele Besucher ausgelegt, sie stehen jetzt lange in den dafür nicht geeigneten Fluren. Das tut mir wirklich leid, weil es eine unzumutbare Situation für die Menschen ist, die zu uns kommen.“

Erschwerend komme noch hinzu, dass man immer noch mit den Folgen des Wasserschadens von 2018 kämpfe: „Wir haben Schimmelpilzbefall im Keller. 150.000 bis 200.000 Akten müssen ausgelagert werden.“

Und jetzt? „Ich hoffe, dass da eine Lösung kommt“, so Lehnen, „aber das wird nichts Kurzfristiges werden. Zehn Leute fallen nicht vom Himmel.“ Aktuell versuche man, Auszubildende zu gewinnen und Stellen extern auszuschreiben. Neue Mitarbeiter müssten aber erst eingearbeitet werden – ein Problem, das aus dem Einwohnermeldeamt sattsam bekannt ist.

Dass es im Hinblick auf das Problem im Team Grundsicherung noch keine Protestwelle gab, ist für Lehnen nachvollziehbar: „Wer geht schon auf die Straße und sagt ’Meine Grundsicherung funktioniert nicht’? Damit outet man sich ja ...“

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