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Wuppertaler Wahrzeichen: Wo stehen die neuen alten Bahnen?

Wuppertaler Wahrzeichen : Wo stehen die neuen alten Bahnen?

Nicht nur durchs Tal schwebt unsere Schwebebahn, auch auf den Höhen ist sie "unterwegs".

Vor drei Jahren haben die Wuppertaler Stadtwerke drei alte Wagen versteigert, die Wuppertaler stimmten ab — mit eindeutigem Ergebnis: Den ersten Platz belegte das Schwebebahnbistro des CVJM Bundeshöhe, darauf folgten Utopiastadt und der Kindertisch Vohwinkel.

Drei Jahre später stehen zwei der drei versteigerten Schwebebahnen bereits an ihrem Platz. Wie das aussieht und wie die Bahnen genutzt werden, das haben wir uns mal angesehen.

Die erste ausrangierte Schwebebahn traf am 7. Juni 2016 am Spielplatz "Sternpunkt" auf der Roßkamper Höhe in Vohwinkel ein. Nach dem Ausbau des Innenraums und der Errichtung einer kleinen Theke folgte im Sommer 2017 die Eröffnung. Mittlerweile wird die alte Schwebebahn mit der Wagennummer 8 als Veranstaltungsraum und Treffpunkt fürs Quartier genutzt.

Ein Treffpunkt fürs Quartier ist die Schwebebahn am Spielplatz „Sternpunkt“ auf der Roßkamper Höhe in Vohwinkel. In der Tür steht Spielplatz-Betreuer Alexander Hefke. Foto: Wuppertaler Rundschau / Max Höllwarth

"Der Quartiersentwickler gibt hier Veranstaltungen, der Verein Kindertisch Vohwinkel trifft sich hier und wir laden jeden Donnerstagmorgen zum gemeinsamen Frühstück ein", erzählt Alexander Hefke vom Verein. Den Umbau der Schwebebahn hat der Verein komplett selbst in die Hand genommen, finanziert wurde er durch Spenden. "Das war schon eine Menge Geld, die wir als kleiner Verein aufbringen und verwalten mussten", erinnert sich Alexander Hefke.

Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Die Schwebebahn ist nicht nur ein Hingucker, sondern wird auch vom Quartier gut angenommen. "Nach wie vor kommen Leute auch außerhalb der Öffnungszeiten und wollen einen Blick in die alte Bahn werfen", sagt Hefke. Neben der "Schwebebahn-Zeit", dem Frühstücksangebot am Donnerstagmorgen, arbeitet der Verein an der Entwicklung weiterer Schwebebahn-Angebote.

Am 26. April 2017, fast ein Jahr später, erhielt auch der CVJM Bundeshöhe seine ausrangierte Schwebebahn. In zwei Teilen wurde sie angeliefert, eine Webcam dokumentierte die Anlieferung und Montage. Neben neuen Sitzbänken befindet sich mittlerweile auch eine kleine Theke und eine gut gefüllte Kuchenvitrine in der alten Bahn. Am 10. September 2017 feierte das Schwebebahnbistro offiziell Eröffnung und bietet seitdem neben Kaffee, Kuchen und Waffeln auch allerhand bergische Spezialitäten wie Kottenbutter und Pillekuchen an. In der Schwebebahn selbst finden 32 Gäste Platz. Im Sommer hat zusätzlich die große Terrasse geöffnet.

Gerd Halfmann, Leiter der CVJM Bildungsstätte, freut sich sichtlich über "seine" Schwebebahn: "Da habe ich fünf Jahre drauf gewartet", sagt er. Geführt wird das Bistro als integrativer Betrieb, so arbeiten neben den zwei festen Angestellten zwei weitere Mitarbeiter mit Handicap. Das Führerhaus der alten Bahn steht übrigens allen neugierigen Besuchern offen. "Wir möchten irgendwann einen Fahrsimulator einbauen", offenbart Sandra Jeuck vom Schwebebahnbistro die Zukunftspläne.

Neben dem normalen Betrieb kann die Schwebebahn auch für Veranstaltungen gebucht werden. "Letztens hatten wir hier sogar eine Hochzeitsfeier. Erst wurde im Kaiserwagen geheiratet, dann hier oben in der Schwebebahn gefeiert."

Der dritte Gewinner, Utopiastadt, wartet bisher noch auf seinen Wagen. Wann es so weit sein wird und wie die Idee der Trassenschwebebahn als Informationszentrum und Angebotsraum für "Talwaren" umgesetzt wird, steht noch nicht fest.

Auch die Breiten Burschen Barmen und der Wälzlagerhersteller Schaeffler haben sich für 5.000 Euro ihren Traum von einer eigenen Schwebebahn erfüllt. Und auch über die Stadtgrenzen hinaus ist das Interesse groß.