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OB Mucke über Stadtverschmutzung: "Wir sind alle Vorbilder"

OB Mucke über Stadtverschmutzung : "Wir sind alle Vorbilder"

Erziehen, kontrollieren, optimieren — auf diese drei Schlagworte könnte man das herunterbrechen, was Oberbürgermeister Andreas Mucke jetzt gemeinsam mit Stadtreinigungschef Martin Bickenbach als Sauberkeits-Maßnahmenpaket vorgestellt hat.

Erziehen — weil künftig mit zum Teil ausgefallenen Kampagnen die öffentliche Aufmerksamkeit auf Müllvermeidung und Sauberkeit gerichtet werden soll. Sogar per Flashmob sollen Wuppertaler "aufgeweckt" werden, die unachtsam Kaugummis in die Gegend spucken oder partout den nächsten Mülleimer nicht finden. "Wir sind alle Vorbilder", appelliert Mucke dabei an "seine" Bürger.

Kontrollieren — weil die Stadt künftig an einigen Stellen genauer hinsehen will. So soll die Straßenreinigungssatzung dahingehend abgeändert werden, dass Hundehalter zwingend einen echten Entsorgungsbeutel mitführen müssen, um die Hinterlassenschaften der Vierbeiner einzusammeln. Aktuell kann man formal auch seine Handtasche als "geeignetes Behältnis" vorzeigen und wäre aus dem Schneider. Bei Stadt- und Straßenfesten soll zudem strenger darauf geachtet werden, dass die bereits seit Jahren existierende Vorgabe, keine Becher, Bestecke und Teller aus Plastik zu verwenden, eingehalten wird. Um gerade Vereine dabei zu unterstützen, will die Stadtreinigung ein spezielles Schnell-Spülmobil samt 3.000 Bechern an Grundausstattung anschaffen, das ausgeliehen werden kann.

Optimieren — im Hinblick auf die Reinigung der Innenstadtbereiche und das Angebot an öffentlichen Toiletten. 2018 ist für Martin Bickenbach das "Testjahr", in dem die bestmöglichen Reinigungsmethoden für das helle, neue Innenstadtpflaster herausgefunden werden sollen. Aktuell rückt man unter anderem mit Kälte und Hochdruck speziell gegen die extrem hartnäckigen Kaugummiflecken vor, die schon nach kürzester Zeit wie Pech an den neuen Bodenplatten kleben.

Das neuralgische Problem der fehlenden oder unzumutbaren öffentlichen Toiletten kann die Stadt unterdessen mit den im Haushalt vorgesehenen Mitteln nicht aus eigener Kraft lösen: Jetzt sollen private Unternehmen aufgefordert werden, Angebote für Sanierung und Betrieb der aktuell zehn öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet zu machen.