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Wettbewerb „energie gewinnt“ - von Kartoffel-Folien und Solar-Grills

Wettbewerb „energie gewinnt“ : Von Kartoffel-Folien und Solar-Grills

Im inzwischen neunten Jahr des vom städtischen Gebäudemanagement veranstalteten Projekts „energie gewinnt“ haben 64 Wuppertaler Schulen insgesamt 1.523.000 kWh Wärme, 114.389.000 KWh Strom und 4.349 Kubikmeter Wasser eingespart. Das und besondere pädagogische Aktivitäten im Bereich Klimaschutz wurden belohnt: Die besten Schulen bekommen Preisgelder von 500 bis 7.500 Euro.

Das Gymnasium Sedanstraße (Platz eins, 7.500 Euro) hat sich mit einer großen Bandbreite und Vielfalt mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. So haben Schülerinnen und Schüler ein Projekt zur Herstellung einer Folie auf Stärkebasis (aus Kartoffeln) durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Abbaubarkeit der „Kartoffel"-Folie im Vergleich zu einer Kunststoff-Folie experimentell überprüft. Eine ins Leben gerufene Umwelt AG hat sich darüber hinaus mit den Themen „Umwelt und ich“ „Ernährung: regional saisonal vegetarisch, Alternativen, Bezug auf eigenes Konsumverhalten, Bewusstmachung“ sowie „Stromsparen und Müllentsorgung“ beschäftigt.

Das Ganztagsgymnasium Johannes Rau (Platz zwei, 5.000 Euro) zeigte sich durch mehr als 40 nachhaltige Projekte sehr stark. So wurde beispielsweise ein UNESCO-Projekttag mit dem Themenschwerpunkt Energie durchgeführt. Diverse AGs und Exkursionen ins Klimahaus (Bremerhaven) untermauern das Interesse der Schule an einer Bildung im Bereich der nachhaltigen Entwicklung.

Das Berufskolleg Werther Brücke (Platz drei, 3.000 Euro) hat sich im letzten Projektjahr intensiv mit der Entwicklung und dem Bau eines Solargrills beschäftigt. Dazu wurden von den Schülern diverse Berechnungen und Graphiken angefertigt, aus denen im Anschluss die Bauanleitung des Solargrills hervorging. Der Solargrill hat einen Durchmesser von zwei Metern und wurde in Handarbeit in den Werkstätten des Berufskollegs unter der Verwendung spezieller Materialien zusammengebaut.

Die Grundschule Alarichstraße (Platz vier, 2.500 Euro) gehört zu den Schulen, die sich schon seit Anfang des Projektes intensiv mit dem Thema Energie und Energiesparen beschäftigen und dies fest in ihren Unterrichtsalltag verankert haben. Alle energetischen Themenbereiche wurden anschaulich im Unterricht behandelt. Beispielsweise wurden Versuche mit einer Wärmebildkamera auf dem Schulhof gemacht.

Die Gesamtschule Langerfeld (Platz fünf, 1.000 Euro) behandelte in verschiedenen Jahrgangsstufen ökologische Fragestellungen unter besonderer Berücksichtigung von Handlungsoptionen im Bereich der Energieeinsparung und Nachhaltigkeit, welche auch in der Schule umgesetzt werden. Einige Klassen verfügen über ernannte Energiedetektive, die auf das Sparen von Wärme, Strom und Wasser achten. Darüber hinaus beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der AG „Faszination Umwelt und Schulgarten“ mit Nachhaltigkeitsprojekten.

In Anlehnung an „Fridays for Future“ wurde in der Grundschule Meyerstraße (Anerkennung, 500 Euro) die „Meyerstraße for Future“ gegründet. Im Rahmen dieser Gründung wurden von den Schülerinnen und Schülern Projektideen wie zum Beispiel ein stromfreier Tag umgesetzt. Schüler wurden im Stadtteil zu Energieexperten ausgebildet, die ihre Tipps und ihr nachhaltiges Handeln im Bezirk Heckinghausen weitergeben.

Die Hauptschule Oberbarmen (Anerkennung, 500 Euro) zeigte sich besonders kreativ. Durch die thematisch sehr breit aufgestellte Herangehensweise an das Thema Nachhaltigkeit können viele Punkte auch außerhalb der Schule angewandt werden und für ein Bewusstsein sorgen. So wurden beispielsweise Handys von den Schülerinnen und Schülern auseinandergebaut, um den Energieeinsatz eines Handys zu erkunden.

Nach der ersten Schuleingewöhnung werden bereits die Erstklässler der Gemeinschaftsgrundschule Liegnitzerstraße (Anerkennung, 500 Euro) durch Energiespardienste an die Thematik herangeführt. Sämtliche Nachhaltigkeitsprojekte und Aktionen finden in verschiedenen Klassen und Jahrgängen statt. Im letzten Projektjahr lag der Themenschwerpunkt der Schule beim Thema Upcycling und Nachhaltigkeit beim Essen sowie der Müllvermeidung.

Die Themen Energie/ Strom und Umwelt haben an der Grundschule Berg-Mark-Straße (Anerkennung, 500 Euro) einen besonderen Platz im Unterricht der Sprachförderklasse gefunden, um auch die Schülerinnen und Schüler der Seiteneinsteiger für Energiethemen zu sensibilisieren. Beim Basteln einer Sonnenfingerheizung wurden die Vor- und Nachteile von Solarenergie besprochen, sowie die Möglichkeiten von Solardächern im Haushalt thematisiert.

Das Berufskolleg am Haspel (Anerkennung, 500 Euro) hat sich mit verschiedensten Projekten auseinandergesetzt. Dabei wurden die Schwerpunkte der sieben Großprojekte an den jeweiligen Ausbildungsberuf der Schüler angepasst. So wurde zum Beispiel im Physikunterricht des beruflichen Gymnasiums das Themengebiet „Energie“ im Zusammenhang mit der Notwendigkeit der Energiewende und den Umstieg auf erneuerbare Energien thematisiert, während sich die Gestaltungstechnik des beruflichen Gymnasiums mit einem Designkonzept für Bike an Ride – Container sehr anschaulich und kreativ beschäftigt hat.

„energie gewinnt“ war im Frühjahr 2011 auf Initiative des Gebäudemanagements mit damals 28 Wuppertaler Schulen gestartet. Bei dem Projekt verpflichten sich Schülerinnen und Schüler, die Lehrerschaft und Hausmeister, aktiv und kreativ Energie und Wasser zu sparen. Das Projekt wird vom Gebäudemanagement der Stadt betreut. Zur Motivation erhält jede teilnehmende Schule eine Grundprämie von zwei Euro pro Schülerin und Schüler und Jahr unter der Voraussetzung, dass eine aktive Beteiligung am Projekt nachgewiesen und kein energetischer Mehrverbrauch gegenüber den Verbräuchen der vergangenen Jahre in den Bereichen Wärme, Strom und Wasser erzielt wurde.

Üblicherweise überreicht der Oberbürgermeister im Rahmen einer Feierstunde die Preise an die besten Schulen. In diesem Jahr musste das Corona-bedingt ausfallen. Andreas Mucke gratulierte trotzdem – per Video-Botschaft: „Auch wenn ich wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht persönlich gratulieren kann: Ich bin sehr stolz, dass auch jetzt wieder die Schülerinnen und Schüler im Projekt ,energie gewinnt‘ tolle Ergebnisse erzielt und sich für die Umwelt engagiert haben. Das Besondere daran ist, dass sich die Schulen freiwillig und aus reiner Überzeugung an dem Projekt beteiligen, weil sie unsere Zukunft mitgestalten und etwas Positives bewirken wollen.“