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Abwassergebühren: Wuppertal deutschlandweit auf dem Podium

Erhebung von „Haus & Grund“ : Abwassergebühren: Wuppertal deutschlandweit auf dem Podium

„Wuppertal belegt Platz drei beim deutschlandweiten Abwasserranking und erhebt somit mit die höchsten Gebühren für die Abwasserbeseitigung in Deutschland“, kritisiert Hermann Josef Richter, Vorstandsvorsitzender von „Haus & Grund in Wuppertal und Umgebung“.

„Haus & Grund Deutschland“ hatte zuvor eine entsprechende Studie zur Höhe der Abwassergebühren veröffentlicht. Demnach werden lediglich in Potsdam und Mönchengladbach höhere Gebühren erhoben. „Obwohl wir bereits 2017 den vierten Platz beim Abwasserranking belegt haben, hat die Stadt Wuppertal dies leider nicht zum Anlass genommen, um die Gebühren zu senken, um so das Wohnen in Wuppertal attraktiver zu gestalten“, so Richter. Habe eine Musterfamilie 2017 jährlich 833,83 Euro für die Abwasserbeseitigung bezahlt, müsse sie nun 855,36 entrichten. „Und so konterkarieren die weiterhin konstant hohen Gebühren die an und für sich niedrigen Mieten in Wuppertal. Die Stadt muss bei der Höhe der Abwasser-, aber auch bei der Frischwassergebühren endlich umdenken, damit die Betriebskosten in Wuppertal für Mieter und Eigentümer bezahlbar bleiben.“

Wuppertal begründe die Höhe der Gebühren damit, dass sie ein getrenntes Kanalsystem für 450.000 Einwohner vorhalte, obwohl Wuppertal lediglich 360.000 Einwohner habe. Auch sei aufgrund der besonderen Topographie der Einsatz und die Wartung eines Pumpensystems erforderlich. „Sicherlich sind dies nachvollziehbare Gründe, dennoch verfügen nahezu alle 100 untersuchten Städte über ein getrenntes Kanalsystem und jede Stadt muss über einen Puffer im Rahmen der Dimensionierung der Kanalnetze berücksichtigen. Die Topographie erfordert einen Mehraufwand, aber ob dies einen Kostenunterschied zu der Musterfamilie in Bergisch Gladbach (Platz acht) in Höhe von 94,66 Euro rechtfertigt, ist fraglich“, gibt Richter zu bedenken. „Die Stadt Wuppertal mit den dritthöchsten Abwassergebühren in Deutschland könnte die Abschreibungsfristen für das Kanalsystem und den Wuppersammler verlängern und hierdurch die Gebühren senken. Dies würde allen Bewohnern Wuppertals – auch und vor allem in diesen schwierigen Zeiten - helfen, und die Wohnnebenkosten senken.“