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Was macht das Corona-Virus in und mit Wuppertal

Das macht Corona mit Wuppertal : Keine Panik vor dem Corona-Virus

Auch in Wuppertal sorgt das Corona-Virus für Aufruhr. Atemschutzmasken sind ausverkauft, Desinfektionsmittel nur noch schwer erhältlich und die „Barmer“ berät über eine Info-Hotline besorgte Anrufer. Noch ist allerdings kein Corona-Fall in der Stadt aufgetreten.

Mittlerweile sind auch in Wuppertal die Vorräte an Atemschutzmasken in Apotheken und Baumärkten erschöpft. „Aktuell sind keine neuen Masken mehr lieferbar“, berichtet Kai Kreutzmann von der Mühlen-Apotheke in Elberfeld. Bei Handdesinfektionsmitteln droht bald ein ähnlicher Notstand. Besorgten Kunden rät der Apotheker zu den selben Vorsichtsmaßnahmen wie zum Schutz vor der Grippe: Hände und Türklinken desinfizieren, in die Armbeuge niesen. „Die Atemschutzmasken bringen da wenig. Nur wer infiziert ist, verhindert durch das Tragen der Maske, andere anzustecken“, erklärt Kreutzmann. Gleichzeit versucht er, seinen Kunden die Angst zu nehmen, in dem er die bisher bekannten Corona-Fälle mit den Zahlen der jährlich an Grippe erkrankten in Relation setzt.

Das Gesundheitsamt der Stadt Wuppertal hat hierzu verlässliche Zahlen. Unsere Statistik zeigt die Influenza-Infektionen 2019/2020 in Wuppertal als Wochenansicht. So gab es in der vergangenen Woche knapp über 20 gemeldete Grippe-Fälle in der Stadt. Die Corona-Erkrankungen im Vergleich dazu: Null! Martina Eckermann vom Presseamt der Stadt: „Sicherlich gibt es einen Krisenstab, bestehend aus Stadt, Feuerwehr, Polizei und auch den Rettungsdiensten und Krankenhäusern, aber das ist nicht unüblich. Er hat auch schon mehrfach getagt, aber dies geschieht in der Regel immer, wenn Verstärkt Infektionen im Umkreis auftreten. Das war auch zur Schweinegrippe oder zur Ebola-Welle so.“  Derzeit stünden rund 75 Betten in verschiedenen Wuppertaler Krankenhäusern bereit, in denen Corona-Infizierte isoliert untergebracht werden könnten. Die Stadt rät, nicht in Panik zu verfallen und sich an die Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (siehe Infokasten) zu halten. Eckermann: „Gesunde Menschen sind in der Regel nicht allzu gefährdet. Chronisch kranke oder ältere Menschen infizieren sich dagegen leichter.“

Die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat bei bergischen Unternehmen eine Blitzumfrage durchgeführt. Das Ziel: Feststellen, welche Unternehmen von Auswirkungen des Corona-Virus betroffen sind. Innerhalb von 24 Stunden meldeten sich 766 Unternehmen auf die über E-Mail und den Sozialen Netzwerken durchgeführte Befragung zurück. Das Ergebnis: 61 Prozent der Firmen sind nicht betroffen. Nachteilige Auswirkungen vermeldeten 300 Befragte. Unterbrochene Lieferketten, abgesagte Messen, Umsatzeinbußen – vor allem Exportunternehmen haben mit Problemen zu kämpfen. Aber auch der Einzelhandel berichtet von Hamsterkäufen und niedriger Kundenfrequenz.

„Internationale Messen sind besonders stark betroffen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Erst kürzlich wurde die Eisenwarenmesse in Köln abgesagt. Die Kosten für bereits gebuchte Hotels bekommen die Unternehmen nicht zurück erstattet. Auch die bevorstehende Azubi-Messe in Wuppertal musste bereits eine Absagen verbuchen.

Zwei Fragen stellt sich die IHK mit den Auswertungsergebnissen in der Hand in den nächsten Wochen: Was passiert mit Exportunternehmen? Was passiert nach Innen, in den Firmen? Ein Umfrageteilnehmer berichtete von dem Fall, dass eine Mitarbeiterin nicht mehr zur Arbeit erscheinen wollte, weil ihr Vorgesetzter kürzlich seinen Urlaub in Thailand verbracht hatte. „Das geht nicht“, erklärt Ludger Benda von der IHK. Für den richtigen Umgang mit besorgten Mitarbeitern im Unternehmen hat die Handelskammer ein Merkblatt entwickelt, das selbstverständlich bei der IHK auch intern zum Einsatz kommt.

Für mehr Informationen hat die IHK eine Coronavirus-Hotline eingerichtet: 0202 / 2490 555. Ebenso die „Barmer „(0800 84 84 111) und das Gesundheitsministeriums des Landes (0211 / 855 47 74).