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Steigende Zinsen — Was bedeutet das für Geldanlagen?

Steigende Zinsen — Was bedeutet das für Geldanlagen?

Im Oktober 2016 hatten die Zinsen für Darlehen den niedrigsten Wert in der Geschichte der Bundesrepublik erreicht. Seitdem sind sie wieder leicht angestiegen, befinden sich aber weiterhin in einem historischen Tief.

Von Dezember 2017 bis Februar 2018 konnten die Zinsen beispielsweise für die Baufinanzierung einen weiteren Anstieg von 0,3 Prozent verzeichnen. Auch Finanzminister Olaf Scholz rechnet für die nächsten Jahre wieder mit einem höheren Zinsniveau von drei bis vier Prozent.

Für Geldanleger könnte es sich wieder mehr lohnen, ihr Geld zur Bank zu bringen. Was also sollten Anleger und auch Kreditnehmer über die aktuelle Situation auf dem Finanzmarkt wissen?

Ein wichtiger Hinweis vorweg, auch wenn sich die Situation auf dem Kapitalmarkt allmählich zu ändern scheint: Nichts übereilen! Nur eine reiflich überlegte Geldanlage ist eine gute Geldanlage. Natürlich zählt in Sachen Anlagen oder Kredite auch immer das Timing. Wichtiger als die allgemeine Marktsituation ist aber die persönliche finanzielle Situation.

Steigen die Zinsen, werden Banken und andere Finanzinstitute auch wieder mehr am Kapitalmarkt verdienen. Verbraucher können hoffen, dass damit die Gebühren für Konten, Depots oder andere Finanzprodukte langsam wieder zurückgehen. Spätestens wenn der Druck durch sinkende Gebühren bei der Konkurrenz wächst, werden weitere Banken nachziehen. Ansonsten locken weiterhin viele Institute potentielle Neukunden mit Extras zum Kontowechsel.

Laut BKM ist die beliebteste Geldanlage der Deutschen weiterhin das Sparbuch. Und das obwohl dieses in den letzten Jahren dank des niedrigen Leitzinses und der hohen Inflationsrate eher Kapital gefressen als vermehrt hat. Daran wird deutlich, dass sich die Deutschen vor allem nach einer sicheren Sparanlage sehnen, die wenig Risiko birgt. Diese klassischen Geldanlagen wie auch Tages- oder Festgeld werden wieder mehr Rendite bringen. Auch hier gilt jedoch: Keine voreiligen Schlüsse ziehen und sich (noch) nicht langfristig festlegen. Gerade bei höheren Sparsummen kann es sich lohnen, den Zinsanstieg noch etwas zu beobachten und einen guten Moment für eine langfristige Anlage abzuwarten.

Während Sparer also wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken, könnten Personen mit Finanzierungsbedarf schon bald wieder mehr und mehr Druck spüren. Wer zum Beispiel einen Verbraucherkredit aufnehmen möchte, sollte jetzt noch die Chance nutzen, von den günstigen Zinsen zu profitieren. Auch alte Krediten umzuschulden kann sich mit den passenden Angeboten noch lohnen. In Sachen Kredite gilt aber umso mehr der Grundsatz: nur wenn er zwingend erforderlich ist und es die eigene finanzielle Situation zulässt. Angebote sollten gründlich verglichen werden. Das ist in der Regel erst möglich, wenn persönliche Angaben bei den Kreditportalen gemacht werden, da die Konditionen stark von den finanziellen Möglichkeiten der Kreditnehmer abhängen.

Natürlich lohnt es sich gerade zur Baufinanzierung das Zinstief noch auszunutzen und damit viel Geld zu sparen. Denn bei hohen Kreditsummen kann eine Veränderung von wenigen Prozentpunkten im Leitzins der Europäischen Zentralbank eine Summe von mehreren Zehntausend Euro für den Verbraucher bedeuten. Wer also plant, eine Baufinanzierung anzugehen, für den kann es sich tatsächlich lohnen, den Vertrag so schnell wie möglich abzuschließen und sich die aktuell noch niedrigen Zinsen für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre zu sichern. Wie Sie Ihre Baufinanzierung gegen andere Unwägbarkeiten des Lebens absichern, erfahren Sie hier.

Quellen:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/olaf-scholz-rechnet-mit-kraeftig-steigenden-zinsen-a-1200599.html

https://www.bkm.de/geldanlage/

https://boerse.ard.de/anlagestrategie/geldanlage/steigende-zinsen-was-das-fuer-kapitalanleger-bedeutet100.html