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Alte Synagoge: Reise zur Familiengeschichte

Alte Synagoge : Reise zur Familiengeschichte

Die Enkelin des Elberfelder Rechtsanwalts Hans Goldschmidt war zu Besuch in Wuppertal in der Begegnungsstätte Alte Synagoge.

"Nie hätte meine Mutter wieder ihren Fuß auf deutschen Boden gesetzt!" Vielen Jüdinnen und Juden, die aus Nazi-Deutschland emigrieren mussten, geht es so wie der Mutter von Jane Solomon (68). Aber die Nachfahren sehen das oft ganz anders, und voller Neugier auf Deutschland und seine Menschen, unternehmen sie eine Europareise — wie jetzt auch gerade die Enkelin des jüdischen Rechtsanwalts Hans Goldschmidt, der seine Kanzlei in der Wirtmannstraße 41 hatte und in der Friedrich-Ebert-Straße (damals Königstraße) 134 seine Wohnung.

Hier lebte er mit seiner Frau Alice und den drei Töchtern Ruth, Hilde und Miriam. Die Familie konnte rechtzeitig nach England auswandern, wo allerdings der Vater schon 1940 starb — in einem Internierungslager für "enemy aliens". Erst später verstanden die Briten, dass die Juden aus Deutschland nicht als Angehörige des Feindstaates gekommen waren, sondern als Flüchtlinge. Ab da hießen sie dann "friendly enemy aliens".

Nachdem ihre Mutter Miriam 2010 in Amerika gestorben war, ohne je wieder in Deutschland gewesen zu sein, wurde die Tochter Jane neugierig auf ihre Familiengeschichte. Nun verbrachte sie einen ganzen Tag in Wuppertal und besuchte das Stadtarchiv, den jüdischen Friedhof, die Mahnmale in Elberfeld und die Begegnungsstätte Alte Synagoge.