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Abgebrochene Diskussion: "Nazis in ihre Schranken verwiesen"

Abgebrochene Diskussion : "Nazis in ihre Schranken verwiesen"

Eine klare Abfuhr für die AfD und intensive Diskussionen über politische Umgangsformen — das ist das Ergebnis einer Politrunde am Donnerstagabend im Café "Swane" in der Luisenstraße. Die AfD brach den Auftritt ab.

Café-Inhaberin Selly Wane hatte zu einem Frageabend mit den Landtagskandidaten aller Parteien unter dem Titel "Wir stellen uns (vor)" eingeladen. Sie war es auch, die klarstellte: "Hier in diesem Raum wird niemand angegriffen. Wir geben Raum für Protest, aber es gibt eine Form." Zu diesem Zeitpunkt war die Stimmung vorübergehend spürbar aggressiv geworden. Im Fokus stand eine Gruppe autonomer Linker.

Die Ansagen aus dem Publikum an die AfD: "Es war lange Zeit nicht normal, solchen Positionen eine Plattform zu geben. Und jetzt soll auf einmal doch eine geschaffen werden." Linken-Kandidatin Petra Mahmoudi, die zum Podium eingeladen war — und ihre Teilnahme wegen der AfD abgesagt hatte — erklärte: "Ich bin nur gekommen, um gleich wieder zu gehen. Und ich würde mich freuen, wenn andere das auch machen."

So kam es auch nach gut einer halben Stunde. Ein Mitarbeiter des Cafés führte Personen aus dem Umfeld der AfD aus dem Raum. Mehrere Linke verließen den Saal ebenfalls. Die Polizei hielt sich auf der Luisenstraße bereit.

Es folgten intensive Diskussionen zu den Geschehnissen an allen Tischen — und ein gemischtes Fazit. Olaf Wegner, Landtagsmitglied der Piraten, sagte auf Anfrage: "Gut, dass die Zivilgesellschaft die Aufgabe übernimmt, Nazis in ihre Schranken zu weisen — denn der Staat darf das nicht."

Ein Besucher sagte im bitteren Ton: "Hätte man die AfD nicht eingeladen, dann wäre das Realitätsverweigerung." Wiederum ein anderer fügte hinzu: "Dabei sind die Standpunkte der AfD nichts, worauf man stolz sein könnte." Besucherin Jana Hornung stellte fest: "So, wie es gelaufen ist — das ist Demokratie. Es wäre gruselig, wenn AfD-Standpunkte unwidersprochen geblieben wären." Straftaten hat es laut Polizei nicht gegeben. Das "Swane" plant weitere Diskussionsabende.