Bergische Uni und Kunsthalle Barmen Der (kleine) ATLAS-Detektor wird versteigert

Wuppertal · Es ist ein ungewöhnliches Stück Wissenschaftsgeschichte: Rund 9.500 LEGO-Steine bilden einen verkleinerten ATLAS-Detektor nach – jenes gigantische Experiment am CERN in Genf, mit dem 2012 das Higgs-Teilchen nachgewiesen wurde.

Das Lego-Modell kann in den Räumen der Kunsthalle angeschaut werden.

Foto: Kunsthalle Barmen

Gebaut wurde das Modell von Physikerinnen und Physikern der Bergischen Universität Wuppertal. Jetzt kommt es unter den Hammer: Am Freitag (11. September 2026) wird das Modell um 17 Uhr in der Kunsthalle Barmen zugunsten der Kunsthalle versteigert.

Der Nachmittag beginnt um 16 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Wagner über die Spitzenforschung am Europäischen Kernforschungszentrum CERN. Tausende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten dort gemeinsam daran, die grundlegenden Bausteine und Kräfte unseres Universums zu verstehen. Die Forschungsgruppe um Prof. Wagner an der Bergischen Universität ist Teil der internationalen ATLAS-Kollaboration.

Was passiert im Innersten der Materie? Welche Kräfte halten unser Universum zusammen? Und welche Prozesse liefen unmittelbar nach dem Urknall ab? Der ATLAS-Detektor hilft dabei, Antworten auf diese fundamentalen Fragen zu finden. Im Sommer 2012 gelang mit seiner Hilfe ein wissenschaftlicher Durchbruch: Die Forschenden konnten das lange gesuchte Higgs-Teilchen nachweisen – ein wichtiger Baustein zum Verständnis, warum Elementarteilchen Masse besitzen.

9.571 LEGO-Steine für die Spitzenforschung

2014 entstand an der Bergischen Universität die Idee, die komplexe Forschung am ATLAS-Detektor anschaulich zu machen. Physiker*innen bauten den Detektor im Maßstab 1:50 aus LEGO nach. Auf diese Weise sind sämtliche wichtigen Komponenten des gigantischen Forschungsinstruments im Kleinen zu erkennen.

Die Idee für das LEGO-ATLAS-Modell stammt ursprünglich vom Physiker Dr. Sascha Mehlhase, der 2011 einen ATLAS-Detektor komplett aus LEGO-Steinen nachbauen wollte. In Wuppertal wurde daraus ein Modell mit 9.571 LEGO-Steinen, das zunächst in den Fluren der experimentellen Teilchenphysik aufgestellt wurde. Schulklassen und Besucherinnen und Besuchern konnten so einen Eindruck davon bekommen, wie Teilchenphysik funktioniert.

Aus dem Forschungsmodell wird ein Sammlerstück

Mehr als ein Jahrzehnt später bekommt das Modell eine neue Aufgabe: Es wird zum besonderen Sammlerstück für LEGO-Fans, Modellbauerinnen und Modellbauer sowie Wissenschaftsbegeisterte – und gleichzeitig zum Unterstützer der Kunsthalle Barmen.

Am 11. September um 17 Uhr wird das Modell versteigert. Der Erlös kommt vollständig der Arbeit der Kunsthalle Barmen zugute. Gäste sind herzlich eingeladen mitzusteigern und sich damit ein außergewöhnliches Stück Wuppertaler Wissenschaftsgeschichte nach Hause zu holen. Auch wer nicht persönlich vor Ort sein kann, hat die Gelegenheit an der Auktion teilzunehmen.

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