Bergische Uni Wuppertal Neuer Sammelband „Einmischen gegen Rechts“

Wuppertal · Mit „Einmischen gegen Rechts“ haben Florian Monstadt und Dr. René Breiwe von der Bergischen Universität Wuppertal (Institut für Bildungsforschung) gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen einen Sammelband herausgebracht, der über die Strategien der extremen Rechten informieren möchte und zugleich ein Aufruf zum Handeln ist.

Plakat auf einer Demo vor dem Wuppertaler Hauptbahnhof (Archivbild).

Foto: Christoph Petersen

Die Beiträge des Buchs beleuchten, wie rechte Akteurinnen und Akteure, Bildung, Erziehung und soziale Arbeit zunehmend als gesellschaftliche Einflussfelder ins Visier nehmen, und formulieren Ansätze zur Positionierung für eine wehrhafte Demokratie.

„Wer sich für Einmischen gegen Rechts entscheidet, muss sich zunächst mit den Strategien rechter Akteurinnen und Akteure auseinandersetzen“, sagen die Herausgeberinnen und Herausgeber um Florian Monstadt und René Breiwe. Beide sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Bildungsforschung der Bergischen Universität Wuppertal.

Aus genau diesem Grund umfasst ihr Sammelband, den sie anknüpfend an die universitätsübergreifende Veranstaltungsreihe „Einmischen“ mit Kolleginnen und Kollegen aus Freiburg, Siegen, Duisburg und Essen herausgeben, unterschiedliche Forschungs- und Themenfelder. Einmischen gegen Rechts sei eine Aufgabe, die Bildung, Erziehung, Care-Arbeit und Wissenschaft gemeinsam angehen und dauerhaft institutionell verankern müssten.

„Es hat sich eine feste Kultur extrem rechten Denkens etabliert, der es gelingt, Menschen nachhaltig zu binden und neue Generationen für diese Ideologie zu gewinnen“, so das Kollektiv. Im Bereich Bildung würde sich die Beobachtung einer intensivierten Einflussnahme besonders offenbaren. Beispiele dafür seien gezielte Desinformationen im digitalen Raum oder Angriffe auf diskriminierungskritische Ansätze.

Der Sammelband widmet sich unter anderem der Analyse, wie extrem rechte Netzwerke und Akteurinnen und Akteure soziale Medien nutzen, um kulturelle Deutungsmacht zu gewinnen, wie Verschwörungserzählungen in Familien, Partnerschaften, Freundschaften und am Arbeitsplatz wirken, wie der Kampf um den Begriff „Neutralität“ von autoritären Kräften geführt wird und demokratisches Engagement somit auch rechtlich unter Druck gerät und was es bedeutet, wenn – wie im Fall der sozialen Arbeit – ganze Professionen samt ihrer Adressatinnen, Adressaten und Strukturen über rechte Kampagnen diskreditiert, isoliert und entpolitisiert werden.

Aus den im Band versammelten Befunden lasse sich keine einzelne Gegenstrategie ableiten. Den Herausgeberinnen und Herausgebern geht es vielmehr darum, eine gemeinsame Handlungsrichtung auszuloten. Neben ihrem Aufruf nach institutioneller statt individueller Absicherung, zählen sie dazu auch diese Schritte: rechte Vorgehensweisen erkennen, demokratische Positionen verteidigen, empirisches Wissen ernst nehmen, Forschung und Praxis verzahnen und Formate für Medienbildung entwickeln, die digitale Umgebungen als eigenes Wirkungsfeld adressieren.