Samstag ab 16 Uhr Iran im Herzen: Ev. Kirche lädt zu Nouruzfest ein

Wuppertal · Mit Sorge und Angst kommen in diesen Tagen viele Iraner zu Daniel Njikeu, Leiter der Internationalen Evangelischen Gemeinschaft (IEG). Als Zeichen der Solidarität lädt er daher zum gemeinsamen Feiern des Neujahrsfestes Nouruz (21. März 2026) ins Gemeindezentrum Gemarke (Zwinglistraße 5) ein – ab 16 Uhr mit Friedensgebet, Infos und Austausch.

Daniel Njikeu ist Leiter der Internationalen Evangelischen Gemeinschaft (IEG).

Foto: Sabine Damaschke

„Neuer Tag“ – so heißt das Neujahrsfest Nouruz, das im Iran zu Frühlingsbeginn groß gefeiert wird. Die Menschen besuchen Nachbarn und Freunde, um einander alles Gute zu wünschen und Geschenke auszutauschen. Sie sitzen an Tischen zusammen, die nach der alten Tradition des „Haft-Sins“ dekoriert sind. Dabei symbolisiert jeder Gegenstand auf dem Tisch eine bestimmte Hoffnung oder Segnung für das kommende Jahr.

Auf ein fröhliches Neujahrsfest und einen „neuen Tag“, an dem der Iran Demokratie, Freiheit und Frieden erfährt, hatte Omid (Name geändert) gehofft. Jetzt lebt er wie viele andere der etwa 1.700 Iraner in Wuppertal in großer Angst und Sorge um die Menschen in seinem Heimatland, um Angehörige und Freunde. „Schon seit Wochen höre ich nichts mehr von ihnen und weiß nicht, ob sie getötet, verhaftet oder verschleppt wurden.“

Unter Lebensgefahr im Iran und in Deutschland

Seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel ist jeder Kontakt in die „freie Welt“ zur Lebensgefahr geworden – besonders für diejenigen, die sich an den großen Demonstrationen beteiligt haben. Darunter sind auch viele Christinnen und Christen, die im Iran zu den religiösen Minderheiten gehören und schon lange unter Repressionen leiden.

Omid im Gespräch mit IEG-Leiter Daniel Njikeu.

Foto: Sabine Damaschke

Omid hat sich erst in Deutschland taufen lassen und einer evangelischen Gemeinde in Wuppertal angeschlossen. Über die Internationale Evangelische Gemeinschaft (IEG) steht er im Kontakt mit vielen anderen iranischen Christinnen und Christen. IEG-Leiter Daniel Njikeu kennt ihre Sorgen um die Angehörigen im Iran, aber auch die Angst, in Deutschland ins Visier des iranischen Geheimdienstes und fanatischer Anhänger des islamischen Regimes zu geraten. Daher gibt sich auch Omid nicht öffentlich zu erkennen.

Aufruf zu Empathie und Solidarität

„Es ist wichtig, dass wir jetzt Solidarität zeigen mit den Iranerinnen und Iranern, die hier mit uns leben“, sagt er. „Das Nouruzfest ist für alle von großer Bedeutung und deshalb wollen wir es in diesem Jahr mit ihnen begehen, um an die Menschen im Iran zu denken, mehr über das Land, seine Geschichte und die derzeitige politische Situation zu erfahren und für Frieden zu beten.“

Empathie sei das, was sich Iraner wie er gerade von den Deutschen wünschen, ergänzt Omid. Der Psychologe ist erst vor zwei Jahren nach Deutschland geflüchtet. Zehn Jahre hatte er sich im Iran für Kinderrechte eingesetzt und über seine Frau Kontakte zu einer christlichen Gemeinde gehabt.

Hoffnung auf Frieden und Freiheit

„Tausende Menschen sind im Januar auf die Straßen gegangen, weil sie endlich in Freiheit und Frieden leben möchten statt unter diesem Regime. Das hat mir Hoffnung auf ein neues, demokratisches Iran gemacht“, sagt Omid. „Gerade junge Menschen wollen keinen Terrorismus mehr, aber sie wollten auch keinen Krieg mit den USA und Israel.“

Noch immer hofft er darauf, dass die islamistische Führung angesichts des großen Widerstands im Land aufgibt. Doch der Weg dorthin scheint weit und die Sorge vor einem langen Krieg und Flächenbrand in der gesamten Region ist groß. „An der weltpolitischen Lage können wir nicht viel ändern, aber als Christinnen und Christen glauben wir an die Kraft des Gebets“, betont Daniel Njikeu. Er wünscht sich, dass viele Menschen zum Nouruzfest in die Gemarker Kirche kommen, um ihre Solidarität mit den Iranerinnen und Iranern in Wuppertal zu zeigen und für Frieden und Gerechtigkeit zu beten.