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Erkrather Straße: Heizlüfter statt Heizungen

Erkrather Straße : Heizlüfter statt Heizungen

96 LEG-Wohnungen waren drei Monate lang ohne funktionierende Heizung. Erst nach Medienanfragen gelang die Reparatur. Bis dahin kamen Heizlüfter zum Einsatz gegen die Kälte — die Stromkosten dafür soll(t)en die Mieter selber tragen.

Betroffen waren — verteilt auf vier Wohnblöcke im Bereich Erkrather Straße 28 bis 42 — etwa 250 Menschen. Dank des Super-Sommers fiel ihnen zunächst gar nicht auf, dass die Heizung streikte. Bis Mieter Michael Gerhardt am 24. September an der Tür zur Heizungsanlage die Mitteilung "Seit dem 11. Juli abgeschaltet" entdeckte. "Das haben die gemacht, ohne uns zu informieren", ärgert er sich. Er fragt nach der Ursache und wird von der für Instandhaltungen zuständigen Firma TSP, einem Tochterunternehmen der LEG, mit dem Hinweis, es sei ja noch keine Heizperiode, abgeblockt. Überraschend kommt am nächsten Tag aber doch ein Monteur. Dessen Bilanz fällt wenig erfreulich aus. "Riss im Kessel, Brenner defekt, Gasgeruch, die Anlage muss ausgewechselt werden", so der Techniker, der allerdings jetzt vorgefertigte Infoblätter in den Häusern aushängt, denen auch zu entnehmen ist, dass repariert wird.
Und die LEG handelt schnell.

Doch anders als erwartet. "Stunden später erhielt jede Mietpartei zwei kleine Heizlüfter. Und verbunden damit die Mitteilung: Die Stromkosten dafür sind selbst zu tragen. Das ist ein schlechter Witz. Die Dinger verbrauchen jede Menge und man bekommt damit nicht wirklich eine Wohnung warm", erbost sich Mieter Klaus-Dieter Voss. Auch glaubt er nicht, dass die Heizung, wie geschildert, defekt sei. "Beim Öffnen der Thermostatventile hört man es rauschen. Also läuft die Umwälzpumpe, es ist Wasserdruck da. Da stellt sich doch die Frage: Wo kann hier ein Leck sein?" Dass die LEG die Heizung ausgeschaltet hat, um Kosten zu sparen? Voss will das nicht ausschließen.

Zumal trotz wiederholter Anfragen bei der Immobiliengesellschaft keine konkrete Aussage zum Zeitpunkt von Reparatur oder Austausch gemacht wurde. "Dass wir abends, wenn es kälter wird, bei 18 Grad und weniger frieren, interessierte nicht. Die halten uns hin und wir bleiben auf den zusätzlichen Kosten sitzen" — davon ist auch Marion Rhode überzeugt.
Auf Nachfrage der Rundschau begründet LEG-Pressesprecherin Judith-Maria Gillies die Verzögerung mit dem Zusammenspiel verschiedener Defekte in der Anlage — und dem Umstand, dass es aktuell schwierig sei, eine Fachfirma zu finden. Das sei jetzt gelungen und man werde die Reparatur so schnell wie möglich durchführen.

Das hat dann mit Blick auf den vermeintlich kapitalen Schaden überraschend schnell funktioniert: Seit diesem Wochenende läuft die Anlage wieder.

Pressesprecherin Judith Maria Gillies stellt klar: "Dass die Mieter so lange ohne funktionierende Heizung sind, entspricht in keiner Weise unseren eigenen Ansprüchen, und dafür entschuldigen wir uns von ganzem Herzen. Und selbstverständlich, hier liegt ein Missverständnis vor, ersetzen wir die Stromkosten für die Heizgeräte", so Gillies gegenüber der Wuppertaler Rundschau.