Wuppertaler Band: "Hartz V": Sahra war der Höhepunkt

Wuppertaler Band : "Hartz V": Sahra war der Höhepunkt

Ein abgesagter Auftritt brachte die Wuppertaler Band "Hartz V" in die Schlagzeilen. Geschadet hat der Medienrummel nicht. Eher im Gegenteil. Jetzt spielten die Musiker sogar live auf dem Willy-Brandt-Platz.

Auslöser war die Feier im Mai zum zehnjährigen Jubiläum des Stadtteilservice — einem Projekt von Jobcenter, AWO und weiteren caritativen Trägern, das Langzeitarbeitslosen ein Sprungbrett für den ersten Arbeitsmarkt bietet. Die Musiker, selbst Hartz IV-Empfänger, hatten angeboten, das Event mit ihren Songs abwechslungsreich zu begleiten. Und eine Absage bekommen, weil die Verantwortlichen den Namen "Hartz V" als unpassend für eine solche Veranstaltung einstuften.

"Das kritische Interesse der Medien an dem Vorfall hat uns überrascht und ambivalente Gefühle ausgelöst. Lieber wäre es uns gewesen, wir hätten diese Aufmerksamkeit wegen unseres musikalischen Könnens bekommen", so Gitarrist Günther Gottker zur Rundschau.

Allerdings — traurig über die damalige lokale Berichterstattung in Print, Funk und TV sind er und die Kollegen Michael Huwer (Gesang), Norbert Wartke (Bass), Heiko Hornmann (Schlagzeug) und Frank Peifer (Lead-Gitarre) beileibe nicht. "Schlagartig hat sich ab da das Interesse an unserer Facebook-Seite und unseren Songs erhöht, ebenso die Anfragen für Auftritte. Wir sind bis zum Ende des Jahres reserviert", berichtet der Gitarrist.

Und er sagt, dass die Band von einer bestimmten Anfrage immer noch besonders begeistert ist: "Die Partei 'Die Linke' hatte uns für die Wahlveranstaltung mit Sarah Wagenknecht am 6. September auf dem Willy-Brandt-Platz in Elberfeld gebucht. Für den Auftritt einer solch prominenten Persönlichkeit den musikalischen Rahmen liefern zu dürfen, das war schon eine große Ehre für uns", so Frank Peifer.