Ein Besuch im Übergangsquartier: Das Café, das nicht mehr "Cosa" heißt

Ein Besuch im Übergangsquartier : Das Café, das nicht mehr "Cosa" heißt

Das "Café Cosa", das in seinem Übergangsquartier am Kirchplatz Schlagzeilen machte, ist an die Friedrich-Engels-Allee gezogen. Ein Besuch.

Es riecht nach Pizza und in der Mitte der hallenartigen Räume wurden die Tische zu einer großen Tafel zusammengeschoben. Es gibt sie noch, die Jobcenter-Maßnahme "Cosa", bei der arbeitsmarktferne Menschen in einem Cafébetrieb Wiedereingliederungshilfe in den Alltag bekommen.

Seit Anfang Dezember ist das "Cosa" am Kirchplatz dicht und die Maßnahme an die Friedrich-Engels-Allee 122 gezogen — in Räume, die dem Träger, dem Freundes- und Förderkreis Suchtkrankenhilfe, seit rund drei Jahren schon gehören. Groß ist es hier, das Lachen hallt von den noch nackten Wänden zurück. Und etwas Unsicherheit liegt in der Luft. Was machen wir hier eigentlich, ist die Frage, die unausgesprochen in dem großen Raum zu stehen scheint — und bisher noch nicht so richtig beantworten werden konnte. Denn auch wenn die Teilnehmer der Arbeitsmaßnahme die Möbel vom Kirchplatz mitgenommen haben, ist ihre Kundschaft in der Innenstadt zurückgeblieben.

"Ein paar von den alten Besuchern waren schon hier", erzählt ein Teilnehmer. Aber eher aus Neugier, oder um Glück zu wünschen. Die, die vorher jeden Tag im "Cosa" saßen, sind nun immer noch in der Innenstadt, nur meist draußen, ohne Angebot. Denn die drogenkonsumierende Szene lässt sich nicht bewegen — obwohl sich das manch einer wünschen würde. Zudem darf in den neuen Räumen kein mitgebrachter Alkohol getrunken werden. "Da es sich hier nur um einen weiteren Übergangsstandort handelt, können wir nicht erneut die Konzession für Alkoholkonsum bezahlen", erklärt Einrichtungsleiterin Klaudia Herring-Prestin den Grund, warum das "Cosa" als Aufenthaltsort für alkoholkranke Kunden nun nur noch wenig Sinn ergibt.

Statt Stammgäste zu bedienen, ist es nun Aufgabe der Teilnehmer, eine neue Bestimmung — und einen neuen Namen — zu finden. "Und dann gilt es, Werbung für das Café zu machen", erklärt Herring-Prestin. Und wenn die alten Kunden weiterhin nicht den Weg an die Friedrich-Engels-Allee finden, wolle man sie auch in der Innenstadt besuchen. "Der Kontakt soll nicht abreißen, bis wir am Wupperpark angekommen sind."

Ihre Mitarbeiter, die unter den Konflikten am Kirchplatz gelitten haben, regenerieren sich nun in der ungewohnten Ruhe. Die Polizei war auch schon in den neuen Räumen. "Der zuständige Beamte hat uns besucht und uns willkommen geheißen", so Maßnahmen-Anleiter Jörn Kausche: "Eine schöne Geste, die uns sehr gefreut hat."

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