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Bergische Uni​ Wuppertal: Präziser das künftige Klima voraussagen​

Bergische Uni : Präziser das künftige Klima voraussagen

Forscherinnen und Forscher aus ganz Deutschland haben sich zum offiziellen Auftakt von ACTRIS-D, einer neuen Infrastruktur zur Erforschung von Feinstaubpartikeln, Wolken und Spurengasen, getroffen. Verteilt auf elf Einrichtungen wird dieser deutsche Beitrag zur EU-Forschungsinfrastruktur ACTRIS künftig bessere Vorhersagen für Luftqualität, Wetter und Klima ermöglichen. Auch Atmosphärenforscherinnen und -forscher der Bergischen Universität Wuppertal unter Leitung von Prof. Dr. Peter Wiesen sind an diesem Großprojekt beteiligt.

Zur ersten Jahreskonferenz von ACTRIS-D diskutierten in Leipzig rund 100 Forschende aus elf deutschen Universitäten, Forschungszentren und Behörden über neueste wissenschaftliche Ergebnisse aus der Atmosphärenforschung und die weitere Zusammenarbeit. Der Aufbau der Infrastruktur wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden acht Jahren mit insgesamt 86 Millionen Euro gefördert.

Koordiniert wird der deutsche Teil durch das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig, das rund 25 Millionen Euro zur Verbesserung der Infrastruktur erhält. Nach Wuppertal fließen zwei Millionen Euro, um die hier vorhandenen luftchemischen Simulationsanlagen zu verbessern und zu erweitern.

ACTRIS wird Daten zu den kurzlebigen Bestandteilen der Atmosphäre vom Boden bis in die Stratosphäre liefern und so helfen, die Unsicherheiten in der Vorhersage des zukünftigen Klimas zu reduzieren, das Wissen über Klima-Rückkopplungsmechanismen zu verbessern sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und deren Auswirkungen auf Gesundheit und Ökosysteme zu bewerten.

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Die kurzlebigen Klimatreiber sind in der Regel nur wenige Stunden bis Wochen in der Atmosphäre unterwegs – im Gegensatz zu den langlebigen Treibhausgasen wie Kohlendioxid oder Methan, die viele Jahre bis Jahrzehnte in der Atmosphäre verbleiben. Deshalb ist über die Wirkung der langlebigen Treibhausgase deutlich mehr bekannt als über die kurzlebigen Bestandteile, obwohl auch diese das Klima deutlich beeinflussen.

 Rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus elf deutschen Universitäten, Forschungszentren und Behörden trafen sich in Leipzig zum Jahrestreffen der neuen Forschungsinfrastruktur ACTRIS-D.
Rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus elf deutschen Universitäten, Forschungszentren und Behörden trafen sich in Leipzig zum Jahrestreffen der neuen Forschungsinfrastruktur ACTRIS-D. Foto: Tilo Arnhold, TROPOS

Mit der Aufnahme des deutschen Beitrags ACTRIS-D auf die Nationale Roadmap für Forschungsinfrastrukturen hatte sich Deutschland 2019 zur Mitarbeit an der europäischen Forschungsinfrastruktur bekannt. Mit den Fördermitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung werden innerhalb von fünf Jahren zahlreiche feste und mobile Messstationen sowie Labore und Simulationskammern ausgebaut oder neu errichtet.

Eine zweite Förderphase zum vollständigen Aufbau von ACTRIS-D ist für den Zeitraum 2026 bis 2029 geplant. Zusätzlich wird das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) einen wichtigen Beitrag leisten, indem es langfristig den Betrieb von Serviceeinrichtungen wie den ACTRIS-Kalibrierzentren finanziert.