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Bergische Uni: Das Zusammenspiel von Rad- und Autoverkehr

Bergische Uni : Das Zusammenspiel von Rad- und Autoverkehr

Die Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel hängt vom qualitativ hochwertigen und sicheren infrastrukturellen Angebot ab. Das heißt: Je besser Fahrradwege ausgebaut und in den städtischen Straßenverkehr integriert sind, umso mehr Menschen steigen auf das Rad um. Das Zusammenspiel zwischen Rad- und motorisiertem Verkehr zu verbessern ist das Ziel eines neuen Forschungsprojekts von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Straßenverkehrsplanung und -technik an der Bergischen Universität Wuppertal. Auftraggeberin ist die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt).

„Im Bestand und im Zuge des Ausbaus von Radvorrangrouten und Radschnellverbindungen gibt es unterschiedliche realisierte und geplante Ausgestaltungen von Kreuzungssituationen zwischen Radschnellverbindungen und dem übrigen Netz von Rad- und motorisiertem Verkehr. Die zugrunde gelegten Regelwerke und Hinweispapiere beinhalten allerdings keine expliziten Empfehlungen für solche Kreuzungssituationen“, erklärt Prof. Gerlach.

Diese Lücke schließen die Wuppertaler Forscherinnen und Forscher mit ihrem neuen Projekt. Ziel ist es, Rahmenbedingungen für verschiedene Kreuzungstypen zwischen Radschnell- und -vorrangrouten und dem motorisierten Verkehr herauszuarbeiten. „Dabei gilt es, durch Sicherheitsanalysen, Verhaltensbeobachtungen, Konfliktanalysen und Befragungen Qualitätsmerkmale aus Sicht der Radfahrenden herauszuarbeiten und Kriterien festzulegen, die eine sichere und regelkonforme Benutzung von Kreuzungssituationen möglich machen“, so Prof. Gerlach weiter.

Die Forscherinnen und Forscher planen zunächst, Kreisverkehre, Kreuzungen und Einmündungen im Verlauf von bereits im Betrieb befindlichen Radschnellwegen und -vorrangrouten, wie die Nordbahntrasse in Wuppertal, den RS 1 in Mülheim und Essen, den Dhünn-Radweg in Leverkusen oder die Wallpromenade in Münster, detailliert zu analysieren.

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Aufgenommen und ausgewertet werden registrierte Unfälle der letzten Jahre, zu beobachtende Konflikte zwischen Verkehrsteilnehmenden, das Sicherheitsempfinden von Radfahrerinnen und Radfahrer und Zufußgehenden, Verkehrsmengen und Staus, Zeitverluste beim Passieren der Kreuzungen, erreichbare und mittlere Geschwindigkeiten, Sichtbeziehungen sowie Gestaltungsmerkmale und Auffälligkeiten der jeweiligen Kreuzungssituation.

Die Erkenntnisse dienen dazu, Vor- und Nachteile der einzelnen Kreuzungstypen herauszuarbeiten und Empfehlungen abzuleiten, die insbesondere bei schnellem Radverkehr und hohen Verkehrsmengen zu möglichst sicheren Ausführungen beitragen können.