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Rauental: Anwohner-Ärger wegen Lkw

Rauental : Anwohner-Ärger wegen Lkw

Durch Renaturierungen ist am Wupperufer im Rauental ein neuer Zugang entstanden. Seitdem setzt sich der Verein "Neue Ufer Wuppertal" für eine Freizeitnutzung ein — mit der Vision eines "Mühlenparks".

Zurzeit aber ist das Areal eher von Fernfahrern, Prostituierten und dem Lärm ununterbrochen laufender Kühlaggregate geprägt.

Dieser weitgehend leblose Stadtraum ist entstanden, als die Rauentaler Bergstraße und das folgende Rauental vierspurig ausgebaut wurden, um Wuppertal verkehrstechnisch an die A1-Anschlussstelle Ronsdorf anzubinden. Da die Hälfte der Fahrspuren nicht gebraucht wird, werden mit ausdrücklichem Einverständnis der Stadt Lkw geparkt.

Die Firma 3M hat unter der Bockmühlbrücke alte Gebäude abreißen lassen, doch der große geteerte Platz bleibt ungenutzt. An Wochenenden der wärmeren Jahreszeit parken Fernfahrer im Rauental und überbrücken freie Zeiten, die sie monatelang fernab ihrer Familien verbringen. Die Lkw-Parkplätze an der A1 sind regelmäßig überfüllt — und im Rauental gibt es sogar fließendes, kaltes Wasser.
Wupperpatin Christiane Sippel, die mit ihrer Familie jenseits der Wupper am Alten Lenneper Weg wohnt, hat oft die Polizei gerufen und selbst manches meterhohe Feuer gelöscht: "Dort verrichten die armen Fahrer ihre Notdurft, waschen ihre Wäsche, reparieren ihre Fahrzeuge, entsorgen alte Teile und vermüllen das Wupperufer." Inzwischen rollen außerdem regelmäßig Damen in Campingmobilen an, um ihre erotischen Dienste anzubieten.

In Langerfeld hatten sich "Neue Ufer Wuppertal", Bürgerverein und Bezirkspolitiker verständigt, im Bereich des Wupperzugangs auf einer Länge von 200 bis 300 Metern ein Lkw-Parkverbot einzurichten. Ein entsprechender Antrag wurde allerdings vom Verkehrsausschuss angehalten und vertagt. Volker Dittgen (SPD), Vorsitzender des Verkehrsausschusses, beruft sich auf das IHK-Argument, dass durch fehlende Stellflächen Arbeitsplätze von Fahrern und Spediteuren gefährdet werden: "Über 20 bis 30 Meter lassen wir mit uns reden, darüber hinaus gibt es kein Parkverbot."

Als Zumutung für andere Menschen empfinden Christiane Sippel und Dajana Meier Kühlwagen, die im Sommer von Fahrern übers Wochenende abgestellt werden und halbstündlich die Kühlung einschalten. Christiane Sippel zur Rundschau: "Wer es nicht erlebt hat, kann sich nicht vorstellen, wie es dröhnt. Was hat das mit dem Arbeitsmarkt zu tun? Warum wurde so viel öffentliches Geld in die Hand genommen, um die Wupper zu renaturieren, wenn man nun alles laufen lässt? Setzt man voraus, dass andere Menschen ständig hinter Lkw-Fahrern her räumen und deren Müll beseitigen?"