Die elfköpfige Formation, die in Lateinamerika sehr erfolgreich ist, lieferte eine atemberaubende und fesselnde Performance voller eindringlicher Bilder – ein besonderes Event auch durch die unmittelbare Publikumsnähe im Schauspielhaus-Foyer.
Eine Stunde lang zieht „El Vacio“ durch hohe Geschwindigkeit, erstaunliche Athletik, viel Konzentration auf auch ganz kleine Gesten sowie die starke, treibende Elektro-Musik, die sich aus Techno- und sinfonischen Tribal-Elementen gemischt präsentiert, die Sinne auf sich.
Sechs Männer und fünf Frauen gestalten einen aus ebenso archetypischen wie teilweise bewusst spirituellen Elementen zusammengesetzten Abend. Der lässt das Publikum nie aus dem Bann. Das Auge muss schnell sein, um die zahlreichen Details zu erfassen. Es ist wie ein sich rasant verschiebendes Körper-Kaleidoskop. Mit wenig Licht und in fast komplett schwarzem Umfeld entsteht eine spannende Mischung aus urbanem und zeitgenössischem Tanz mit Bewegungsstilen, die so alt sind wie die Menschheit. Gerade an Letzteres erinnern manche Outfits sowie „rituell“ erscheinende weiß gekälkte Arme oder Hände.
Großer Applaus belohnte die Gruppe, die am Tag ihres Auftritts, dem Dienstag, 5. Mai 2026, nach 23-stündiger Reise Wuppertal erreicht hatte – und sozusagen sofort die Bühne im Schauspielhaus-Foyer eroberte.
Wer „El Vacio“ verpasst hat, kann jetzt – am Mittwoch (6. Mai 2026) um 19.30 Uhr den zweiten Teil des Events live erleben: Dann gastiert die Compañía Colombiana de Danza Contemporánea mit „La Cura“ (= die Heilung) nochmals im zukünftigen Pina-Bausch-Zentrum. Und damit vollendet sich die doppelte Deutschland-Premiere der kolumbianischen Formation.
Eintritt: 18, ermäßigt neun Euro. Tickets und weitere Infos auf www.under-construction-wuppertal.de