Intelligente Ampel-Schaltung Wuppertal: Kommentar zur "Grünen Welle"

Kommentar zu den „Grüne Welle“-Plänen der Stadt : Aktionen für den Moment

Vier Millionen Euro will die Stadt investieren, um mit Hilfe „intelligenter Verkehrssteuerungssysteme“ für eine grünere Welle und damit auch für bessere Luft zu sorgen. Ein Plan, der natürlich Sinn macht. Kaum hatte ich angekündigt, darüber einen Kommentar zu schreiben, hagelte es in der Rundschau-Redaktion reihenweise Beispiele für nicht ganz so intelligente Ampelschaltungen ...

Die Goldmedaille geht in dieser Beziehung zweifelsohne an den Lichtscheider Kreisel – der eigentlich gar keiner mehr ist. Denn seit Jahren sorgen Ampeln dafür, dass es dort eben nicht mehr fließt.

Was im Berufsverkehr (ob der Menge) vielleicht noch nachvollziehbar ist, wird mittags und am Wochenende absolut absurd. Es bilden sich künstliche Staus mit den entsprechenden Abgasen. Seinerzeitige Antwort aus dem Rathaus auf eine Rundschau-Nachfrage: Es sei alles optimiert (wie am Robert-Daum-Platz). Später: Das Land habe bei der L 417 und L 418 eben mitzureden, und das sehe eine Unfallgefahr (die jahrelange Nutzer der Strecke nicht mitbekommen haben). Außerdem könne man die veraltete Anlage nicht umprogrammieren. Und so wird der Verkehr auch samstags um 12.30 Uhr gestoppt, statt die Ampel nur blinken zu lassen ...

Jetzt also der nächste Versuch mit dem Ausbau des Verkehrs-Rechenzentrums und der Feld-Sensorik sowie einer einer selbstlernenden, adaptiven Ampelanlagensteuerung, Parkraum-Management und Lieferwagen-Steuerung. „Nur durch eine noch präzisere Erfassung von Verkehrssituationen und Umweltdaten wird eine effizientere Echtzeit-Verkehrssteuerung möglich. Die bereits bestehenden rund 2.500 Sensorik-Messeinrichtungen werden nach und nach erweitert und um technische Einbauten ergänzt“, heißt es aus dem Rathaus.

Nicht der falsche Gedankengang. Trotzdem sollte klar sein: Innerstädtische Staus (auf der A46 sowieso) wird es weiterhin geben, auch wenn Wuppertal dank der Schwebebahn in der Rangliste der deutschen Großstädte am unteren Ende der Problemskala liegt. Schlicht und ergreifend aus dem Grund, weil inzwischen zu viele Autos und Lkw zum selben Zeitpunkt unterwegs und die Straßen dafür nicht ausgelegt sind. Gefragt ist künftig eine andere, intelligente Mobilität. Die vier Millionen Euro, die der Bund fast zur Hälfte (1,88 Millionen Euro) bezuschusst, sind für den Moment – mehr nicht.

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