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Immobilien-Rundschau: Frank Müller über steigende Neubaupreise

Immobilien-Rundschau : Neubaukosten: Warum die Preise kräftig steigen

Immobilien kaufen, besitzen und verkaufen - das ist auch in Wuppertal ein Thema mit vielen Fragezeichen. Führende Marktexperten erklären in der Rundschau, was Anbieter und Interessenten wissen sollten. Heute: Frank Müller über die Preisentwicklung bei Neubauten.

Die Kaufpreise für Neubauwohnungen und neue Einfamilienhäuser steigen kräftig. Neue Reihenhäuser sind beispielsweise seit 2014 in Wuppertal etwa 35 Prozent teurer geworden. Die Preise neuer Eigentumswohnungen stiegen von 2010 bis 2018 um fast 50 Prozent.

Für die Preiserhöhungen gibt es mehrere Ursachen. Die Grundstückspreise haben sich für Einfamilienhäuser seit dem Jahre 2010 um etwa 20 Prozent erhöht. Im Geschosswohnungsbau betrug die Preissteigerung für die Grundstücke jedoch seither nur etwa 5 Prozent. Die Grundstückspreise steigen zwar, tragen jedoch nur in vergleichsweise geringem Umfang zu den erheblichen Preiserhöhungen des fertigen Produktes (Wohnung oder Haus) bei.

Angebots- und Nachfragesituation sind hier schon deutlich ausschlaggebender. Bei Bestandswohnungen haben sich die Preise von 2010 bis zum Jahre 2018 um etwa 28 Prozent erhöht. Im Vergleichszeitraum wurden die Neubauwohnungen fast 50 Prozent teurer. Somit lässt sich also durch Angebot- und Nachfrage die Preiserhöhung teilweise, jedoch nicht umfänglich erklären.

Bei gebrauchten Reihenhäusern stiegen die Preise seit dem Jahre 2014 um etwa 30 Prozent. Nun lässt sich vermuten, dass die Preisentwicklung der Neubauhäuser mit plus 35 Prozent im Vergleichszeitraum ähnlich verläuft.

Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Wohnflächen und Grundstücke der Neubau-Reihenhäuser von Jahr zu Jahr geringer werden und diese zugleich qualitativ abnehmen. Immer mehr Reihenhäuser werden ohne Keller gebaut und die Ausstattungen werden einfacher. Insoweit ist der erste Eindruck einer preislich gleichen Entwicklung zwischen neuen und gebrauchten Reihenhäusern trügerisch.

Ein weiterer Preistreiber sind die Kosten der Handwerker und Baustoffe. Die starke Nachfrage nach beidem nutzen die Handwerksbetriebe (teils notwendigerweise) und die Baustoffindustrie zu Preiserhöhungen. Die Preise für Betonarbeiten und Gas- und Wasserinstallationsarbeiten erhöhten sich z. B. allein im Jahre 2018 um etwa 5 Prozent.

Einer der größten Kostentreiber bei neuen Häusern und Wohnungen ist das Baurecht. 1990 gab es etwa 5.000 Bauvorschriften. Im Jahre 2019 haben wir in Deutschland schon mehr als 20.000.

Neue Vorschriften zur Energieeinsparung, zur Barrierefreiheit etc. sind hier nur die Spitze des Eisberges.