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Ohren Reinigung: Ohren richtig reinigen – so geht’s!

Ohren Reinigung : Ohren richtig reinigen – so geht’s!

Wattestäbchen zur Ohrenpflege? Lieber nicht! Ob Sie Ohrenschmalz entfernen müssen und wie Sie die Ohren richtig reinigen, lesen Sie hier.

Ohne Wattestäbchen – Ohren korrekt reinigen

Weniger ist mehr! Die Ohrenhygiene sollten Sie deshalb lieber nicht übertreiben, denn die Ohren reinigen sich eigentlich von selbst. Nur wenn der Selbstreinigungsmechanismus gestört ist oder Sie sonstige Probleme mit dem Hörorgan haben, sind zusätzliche Pflegemaßnahmen notwendig. Im Alltag ist die richtige Ohrenpflege deshalb recht minimalistisch.

Muss ich die Ohren überhaupt reinigen?

Das Ohrinnere bedarf keiner Reinigung. Im Gehörgang sitzen zahllose winzige Flimmerhärchen. Deren permanente Bewegung hat die Aufgabe, abgestorbene Hautpartikel, Schmutz und Ohrenschmalz (medizinisch: Cerumen) nach außen zu transportieren. Wattestäbchen braucht das Ohr dafür also nicht. Im Gegenteil, das Stäbchen ist sogar kontraproduktiv und kann zu Verletzungen an der empfindlichen Ohrenhaut führen. Die richtige Ohrenpflege unterstützt deshalb lediglich die Selbstreinigung des Ohrs.

Ohrenschmalz lässt sich auch nie komplett entfernen. Speziellen Drüsen im Gehörgang bilden es ständig neu. Die klebrige Substanz beinhaltet fast 1.000 verschiedene Stoffe, von denen einige antibakteriell wirken.[i] Auch der saure pH-Wert des Cerumens fördert die Abwehr von Infektionen im Ohr.[ii] Außerdem ist das Ohrenschmalz für die Befeuchtung der Haut im Gehörgang wichtig.

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Haben die Flimmerhärchen das Ohrenschmalz und seine Fracht zum Außenohr befördert, können Sie es dort entfernen. Dafür reicht es, wenn Sie die Ohrmuschel mit einem feuchten Kosmetikpad oder einem Waschlappen reinigen. Anschließend trockenen Sie das Ohr ab. Damit ist es ausreichend gesäubert.

Stehen Sie ohnehin schon unter der Dusche, können Sie auch den Kopf leicht neigen, etwas Wasser ins Ohr laufen lassen und das Ohr dann im Nachgang mit dem übrigen Körper abtrocknen. Allerdings sollte nur klares Wasser ins Ohr gelangen. Shampoo, Seife oder Duschgels bringen das empfindliche System im Ohr möglicherweise aus dem Gleichgewicht. Sie eignen sich deshalb nicht, um Ohrenschmalz zu entfernen.

Ist die Haut der Ohren nach der Reinigung sehr trocken und juckt, helfen einige Tropfen eines unparfümierten Pflegeöls. Aber auch das sollte nicht in den Gehörgang hinein laufen.

Warum Wattestäbchen zur Entfernung von Ohrenschmalz ungeeignet sind

Wattestäbchen sind für die richtige Ohrenpflege nicht umsonst verpönt. Sie können eine ganze Reihe von Erkrankungen an den Ohren verursachen, statt sie zu reinigen.

Pfropfenbildung im Ohr

Eigentlich ist die Logik bestechend: Das Wattestäbchen passt perfekt in den Gehörgang. Also sollte man Ohrenschmalz damit doch ganz einfach entfernen können. Sollte… In der Praxis ist jedoch das Gegenteil der Fall: Mit dem Stäbchen schieben Sie das Schmalz noch tiefer ins Ohr hinein. Das folgt dann dem S-förmigen Verlauf des Gehörgangs und findet in der Grube vor dem Trommelfell die perfekte Stätte für Ablagerungen. Durch die Vertiefung steckt das Ohrenschmalz jetzt fest und lässt sich nicht mehr so einfach lösen.

Anfangs fällt diese Ansammlung noch nicht auf. Mit der Zeit stellen Betroffene aber fest, dass sie zunehmend schlechter hören, weil sich vermehrt Ohrenschmalz ansammelt. Die Geräusche aus der Umgebung beginnen, immer „wattiger“ zu klingen.

Wenn Sie das feststellen, versuchen Sie nicht auf eigene Faust, die Ohren zu reinigen. Das verfestigte Cerumen sollte ein Ohrenarzt entfernen. Mit dem Gang zum Arzt warten allerdings manche Patienten so lange, bis sie fast nichts mehr hören, Schmerzen beim Kauen haben oder unter Tinnitus und Schwindelgefühlen leiden. Das Wattestäbchen kann also ein böses Nachspiel haben und gehört deshalb nicht zur richtigen Ohrenpflege.

Wer täglich das Ohrenschmalz mit Wattestäbchen entfernt, reizt damit den Gehörgang und hier auch die Cerumen-bildenden Drüsen. Diese verringern die Sekretion und stellen irgendwann die Produktion sogar komplett ein. Die Folge: Das Ohr ist trocken und gereizt – es ist Keimen hilflos ausgesetzt, welches es viel leichter haben, sich darin einzunisten.

Zum anderen bringt das Wattestäbchen selbst die Keime ins Ohr. Es ist quasi das Bakterien-, Viren- oder Pilztaxi. Die Keime müssen also keine so große Distanz ins Ohr mehr überwinden, um ernsthafte Entzündungen auszulösen. Die richtige Ohrenpflege vermeidet solche Entzündungen und die Ekzembildung und bewahrt Sie davor, dauerhaft die Hörorgane mit Spezialpflege versorgen zu müssen.

Verletzungen im Ohr

Besonders bei harten Kunststoffstäbchen besteht die Gefahr, beim Einführen des Wattestäbchens das Ohr zu verletzen. Statt das Ohrenschmalz zu entfernen, können die Stäbchen Verletzungen im Gehörgang oder – wenn sie sehr tief eingeführt werden – sogar am Trommelfell hinterlassen. Vor allem bei ungeschickten Bewegungen oder wenn Eltern die Ohren zappelnder Kinder reinigen, sind Unfälle möglich, die im schlimmsten Fall sogar im OP enden. Auch sollten Kinder nicht selbst mit den sogenannten Q-Tips in den Ohren bohren.

[i] HNO-Praxis Dr. Weinzierl: Müssen Ohren eigentlich gereinigt werden? URL: https://hals-nase-ohren.com/ohrenreinigung-ohrenschmalz (16.08.2021).

[ii] ebd.