1. Corona Virus

Gastgewerbe und Einzelhandel fordern Planungssicherheit und Konzepte

Gastgewerbe und Einzelhandel : Planungssicherheit und neue Konzepte gefordert

„Wir müssen alte Denkmuster aufbrechen, um gemeinsam neue Konzepte zu entwickeln. Gleichzeitig brauchen wir klare Pläne für das weitere staatliche und kommunale Vorgehen in der Corona-Pandemie, insbesondere eine konkrete Öffnungsperspektive.“ Mit diesen Worten fasste Dr. Daria Stottrop (Bergische IHK) die übereinstimmende Meinung der Unternehmerinnen und Unternehmer bei den beiden IHK-Branchentalks Gastgewerbe und Einzelhandel zusammen.

Etliche Firmen beklagten zwar die schleppende Auszahlung der Hilfen und konnten von unternehmerischen Schicksalen berichten. Dennoch waren die Diskussionsbeiträge dominiert vom Willen, unternehmerisch aktiv zu werden und kreative Ideen auszutauschen.

„Niemand zweifelt an, dass die Politik zurzeit keine leichte Aufgabe hat“, berichtet Lea Rücker, Inhaberin vom „Haus Zillertal“ in Wuppertal, aus dem Branchentalk Gastgewerbe. „Aber nach fast einem Jahr erwarten die Unternehmen zurecht, dass es konkrete Szenarien und Perspektiven für den weiteren Umgang mit der Pandemie gibt. Schließlich müssen wir unsere Mitarbeiter motivieren können.“ Trotz Ausbau digitaler Angebote wie Online-Shops und Restaurant-Gutscheinen, stehe und falle das Bestehen der Unternehmen mit der bisherigen und zukünftigen Kundenbindung. „Und da ist auch der Klassiker der telefonischen Erreichbarkeit und Beratung immer noch ein wichtiger Baustein“, so Ralf Kohns, Inhaber der „expert Schultes GmbH“ aus Solingen.

Die Unternehmen zeigten bisher eine hohe Kreativität und Gemeinsinn, für ihre Branche und ihre Standorte. So verteilten Apotheken-Boten zusätzlich Lieferungen anderer Geschäfte und Dienstleister entwickelten eine Abholstation für lokale Bestellungen. „Diesen Gemeinsinn gilt es aufzugreifen und in neuen Netzwerken branchenübergreifend die Innenstädte und Stadtteilzentren neu zu denken“, greift Nelson Vlijt (Allee-Center Remscheid) den Tatendrang auf. „Da fangen wir im Bergischen Städtedreieck zum Glück nicht bei Null an“, so der Center-Manager. Es gelte jetzt die Dynamik zu nutzen und mit pragmatischen, kreativen Ideen zu experimentieren.