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Angelo-Roncalli-Schule: Viel Platz für den Offenen Ganztag

Angelo-Roncalli-Schule : Viel Platz für den Offenen Ganztag

„Die Kinder sagen, es sieht aus wie eine Villa“, sagt Schulleiterin Susanne Mertens mit Blick auf das neue Gebäude für den Offenen Ganztag an der Angelo-Roncalli-Schule. Zum Schuljahresbeginn haben die Mädchen und Jungen der Grundschule ihre „Oase“ zum Toben und Spielen in Beschlag genommen. Nun wurde an der Reichsgrafenstraße 26 in Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Thomas Kring offiziell Einweihung gefeiert.

Mit seinen 365 Quadratmetern Brutto-Grundfläche bietet der rhombusförmige, eingeschossige Neubau viel Platz zum Spielen. Mertens: „Die Kinder fühlen sich sehr wohl, es ist schön hell, Mensa und Küche haben etwas von einem Restaurant, und jedes Kind hat seinen eigenen Schrank, in dem sogar eine Sitzbank versteckt ist. Die Architekten hatten wirklich tolle Ideen.“

Mirja Montag, Betriebsleiterin des Gebäudemanagements der Stadt Wuppertal (GMW) ist stolz darauf, dass der Neubau errichtet werden konnte, ohne den Schulhof der benachbarten Grundschule Reichsgrafenstraße zu verkleinern: „Das Gebäude liegt direkt auf der Grenze zwischen den beiden unterschiedlich hoch gelegenen Schulhöfen. Dabei schieben sich die Nebenräume in die Böschung hinein, während die Betreuungsräume fächerförmig zum Schulhof der Angelo-Roncalli-Schule liegen.“

Eine der in zwei unterschiedliche Richtungen flach geneigten Dachhälften wird begrünt, die andere Dachhälfte kann künftig mit der ihr vorgelagerten Treppenanlage als Teil der Außenanlagen der Grundschule Reichsgrafenstraße genutzt werden, etwa für ein „grünes Klassenzimmer“.

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Die insgesamt vier Betreuungsräume sind durch große Glasscheiben in einer Pfosten-Riegel-Konstruktion geprägt. Die übrigen sichtbaren Fassadenteile nehmen sich mit anthrazitfarbenem Klinker gegenüber ihrer Umgebung zurück. Der Eingang in den Neubau führt über einen Windfang in einen Gruppenraum, der mit einem zweiten verbunden werden kann. So können mindestens 60 Kinder gleichzeitig zu Mittag essen. Das Gebäude verfügt über eine Lüftungsanlage und wird über eine Luftwärmepumpe beheizt.

Der Bau war notwendig geworden, weil durch den Starkregen Mitte 2018 das bisher für den Offenen Ganztag genutzte, aber wenig geeignete Souterrain des 1962 errichteten Hauptgebäudes der Schule unter Wasser gesetzt worden war. Übergangsweise wurde der Offene Ganztag daraufhin in zwei Klassenraumcontainern auf dem Schulhof untergebracht. Im Zuge der Sanierung des Souterrains stellte sich heraus, dass eine Wiederherstellung der Räume wegen der vorhandenen Schadstoffe und baulichen Gegebenheiten erhebliche weitere Arbeiten voraussetzt.

Darüber hinaus meldete die Schule mit ihren mehr als 200 Schülerinnen und Schülern einen höheren Raumbedarf für den Offenen Ganztag an. Daher beschloss der Rat der Stadt Wuppertal im Dezember 2020 aus wirtschaftlichen und pädagogischen Gründen den Neubau. Unmittelbar darauf begannen im (durch Corona beeinträchtigten) Schulbetrieb die Bauarbeiten.

Die Logistik stellte eine Herausforderung dar: Der Bauplatz war sehr begrenzt und die Zufahrt zur Baustelle wurde durch schmale Straßen und eine Einbahnstraße erschwert. Die ursprünglich für Dezember 2021 vorgesehene Fertigstellung wurde durch eine Vielzahl von Problemen erheblich verzögert. Zu Beginn der Tiefbauarbeiten wurden zum Beispiel die Grundmauern eines Teils des im Krieg zerstörten ehemaligen Schulgebäudes gefunden, so dass der Kampfmittelräumdienst beteiligt und deutlich umfangreichere Tiefbauarbeiten durchgeführt werden mussten.

Durch die Verzögerungen, Lieferengpässe und deutliche Kostensteigerungen im Materialbereich, die sich aus dem Rücklauf der Ausschreibungen ergaben, haben sich zudem die Gesamtkosten erhöht. Sie werden aktuell auf rund 2,3 Millionen Euro einschließlich der Nebenkosten beziffert. Das Land Nordrhein-Westfalen gewährt mit Unterstützung des Bundes für diese Maßnahme rund 945.000 Euro aus dem Förderprogramm zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder.