Früher spielte seine Tochter im grünen Idyll hinter dem Fachwerkhaus in der Kurfürstenstraße. Seit einigen Jahren ist es ruhig geworden. Nun ist Schluss damit: Hans Dunkels Aktion, seinen eigenen Garten für einen Nachbarschaftstreff zu öffnen, stößt auf Interesse im beschaulichen Stadtteil Ronsdorf. Zumindest bei der Auftaktveranstaltung vor knapp drei Wochen spazierten bereits einige Neugierige durch das Gartentor, obwohl es kurz danach anfing zu regnen.
Kommenden Freitag, am 3. Juli, soll das kleine Fest größer werden: Der Ronsdorfer Musiklehrer Christoph Kuberka holt seinen „Summer Jam“ in den Garten. Wer ein Instrument hat, ist zum Mitspielen eingeladen. Sicher auftreten wird jedenfalls der 58-Jährige selbst – an der Gitarre. Begleitet wird er von Hajo Müller aus Radevormwald, der zum Saxophon greift.
Die Idee, seinen Garten als kleinen Veranstaltungsort zu nutzen, kam Dunkel schleichend. „Ich sah aus dem Fenster und dachte, was für ein Jammer, dass hier nichts stattfindet“. Dabei geht es ihm nicht nur um das grüne Fleckchen hinter seinem Fachwerkhaus, sondern auch um Ronsdorf an sich. Der Stadtteil habe „Qualität, die nur begrenzt genutzt“ werde.
Hierhin gezogen ist Hans Dunkel 1982, als er als Dozent der Volkswirtschaftslehre an die Bergische Universität wechselte. Der Stadtteil Ronsdorf hat ihm von Anfang an gefallen, hier sei es „sehr traditionell im positiven Sinne“. Seit 2003 ist Dunkel pensioniert und findet mehr Zeit für seinen, wie er ihn nennt, „Sonnengarten“.
In Dunkels Garten gedeiht die heimische Flora und Fauna: In der Mitte der Wiese wächst die Wiesen-Margerite wild, an der Hecke strahlt der Gilbweiderich in Gelb. Kleine Apfelbäume sorgen zwar für wenig Schatten, dafür ist umso mehr Platz zum Spielen. Der Garten zeigt: In einigen grünen Oasen Ronsdorfs ist reichlich Platz vorhanden.
Womöglich sogar mehr als im etwa 300 Meter entfernten „Kubis Musik-Café“ von Christoph Kuberka, der seine Veranstaltungen bis jetzt dort auf seiner „Wohnzimmerbühne“ ausrichtete. Die Kleinkunstbühne, die laut Kuberka mehr Besucher aus den umliegenden Städten anziehe als aus Ronsdorf selbst, bringt seit Jahren Musiker in den idyllischen Stadtteil auf den Südhöhen.
„Man muss nicht nach Düsseldorf oder Köln fahren, um Kultur zu erleben“, sagt Kuberka. Ein sehr gutes (Stadtteil-)Beispiel dafür ist das Nachbarschaftstreffen im Garten von Dr. Hans Dunkel.