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Wuppertaler Rundschau: Viele haben große Lust auf Veränderung

Kommentar zur Parteineugründung „Volt“ : Viele haben große Lust auf Veränderung

Mein Kopf fühlt sich so eng an. Werden wir dieses Jahr in den Urlaub fahren oder fliegen? Keine Ahnung. Darf ich nächste Woche noch in der eigenen Stadt in den Zoo? Schulterzucken. Die eigene Welt ist zusammengedrückt wie ein Schuhkarton.

Mein Hirn verarbeitet die Konsequenzen der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz noch, während bereits die nächste angekündigt wird. Der Blick auf Europa macht aus dem Schulterzucken ein Kopfschütteln. Während die Flüchtlingskrise noch ungelöst auf den Brüsseler Tischen liegt, wurde die nächste Aufgabe vergeigt. Die Impfstoffstrategie der EU ist, das ist mittlerweile unstrittig, fehlerbehaftet. Meine zwei großen EU-Enttäuschungen. Diese Welt, die ich gerade erlebe, hat eine Menge Probleme. Von der eigenen Haustür bis zur Außengrenze der Europäischen Union.

Und dann ruft Gina Nießer an. Die junge Wuppertalerin spricht von Reform, von Lösungen. Die Partei Volt hat eine Strategie, die auf kommunaler sowie auf europäischer Ebene Besserungen bringen soll. Sie und ihre Wuppertaler Freunde haben mit anderen Gleichgesinnten auf dem ganzen Kontinent eine Idee, vielmehr sogar ein Konzept. Wird es greifen, könnte diese junge Partei tatsächlich Fuß fassen, hier, in den anderen europäischen Ländern, in Brüssel selbst? Keine Ahnung. Aber darum geht es nicht, oder nicht nur. Vielmehr geht es um die Menschen, die ein Narrativ der EU, unserer Zukunft erarbeitet haben, an das sie selbst glauben. Glaube in Demokratie, in ein Europa der offenen Grenzen und der Solidarität.

  • Unbekannte haben an der Mohrenstraße bereits
    Forderung von „Volt“ : Erneuter Antrag auf Umbenennung der Mohrenstraße
  • Dr. Rolf Köster.
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  • Wuppertals evangelische Superintendentin Ilka Federschmidt.
    Evangelische Kreissynode : 2030: 25 Pfarrstellen, 70.000 Gemeindemitglieder

Hat dieses Narrativ die Chance, politische Realität zu werden? Keine Ahnung. Aber sie selbst, jedes einzelne Parteimitglied ist mit seiner Überzeugung und vor allem seinem Willen mitzugestalten, die Verbesserung an sich. Nach unserem Telefonat habe ich dasselbe Gefühl wie nach meinem Besuch auf der ersten „Fridays for Future“-Demonstration: In Wuppertal, auf der ganzen Welt, gibt es viele junge Menschen, die große Lust auf Veränderung haben und das Engagement, diese Veränderung selbst vorantreiben.

Werden diese Demonstranten letztendlich ihre Forderungen durchsetzen? Wird Volt tatsächlich Europa revolutionieren? Keine Ahnung. Aber allein diese Energie ist verheißungsvoll. Der Blick weitet sich wieder. Diese Pandemie geht vorbei. Und da ist viel Grund zur Hoffnung.