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Wuppertal: Tafel schränkt Service in und braucht Spenden

Wuppertaler Tafel : Hilfsorganisation braucht selbst Unterstützung

Die Wuppertaler Tafel muss angesichts steigender Kosten, Logistik-Engpässen und einer immer weiter wachsenden Nachfrage ihren Service für Bedürftige einschränken: Kunden der Hilfsorganisation können künftig nur noch alle zwei Wochen Lebensmittel beziehen. Gegenüber der Rundschau erklärt der Vorsitzende Peter Vorsteher den Schritt – und verbindet das mit einem neuerlichen Aufruf an potenzielle Spender und Erenamtler, die die Tafel als Fahrer unterstützen könnten.

Die Wuppertaler Tafel ist mit dem Problem nicht alleine: Bundesweit haben Tafel-Organisationen derzeit massiv zu kämpfen. Vielerorts reagieren die Enrichtungen darauf mit einem Aufnahmestopp. „Das würde aber bedeuten, dass wir neue Bedürftige oder Flüchtlinge nicht mehr versorgen können“, so Vorsteher, „wir wollen lieber versuchen, mehr Spenden und mehr Fahrer zu bekommen.“ Bis dahin müsse das Angebot eingeschränkt werden, um möglichst vielen Wuppertaler helfen zu können.

„Zum Teil haben wir bis zu 500 Menschen am Tag, die Lebensmittel abholen. Wenn wir um 13 Uhr öffnen, stellen sich die ersten kurz nach sechs Uhr an“, schildert Vorsteher plastisch die morgendliche Lage an der Tafel-Zentrale am Kleinen Werth. Die Nerven der Leute in den langen Schlangen lägen immer öfter blank.

Vor dem Hintergrund der auf vielen Ebenen explodierenden Preise wird einerseits Andrang der Menschen in Not immer größer, andererseits erhöhen sich aber auch die Kosten der Tafel selbst. „Der Aufwand für den Fuhrpark hat sich von 1.900 Euro im Februar auf 3.800 im März verdoppelt, so Vorsteher. Deshalb hofft er auf weitere finanzielle Unterstützung durch Spender, aber auch auf Hilfe durch Ehrenamtler.

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Hauptbedarf hier: Fahrer, die Lebensmittelspenden aus den Geschäften abholen. Der vorhandene Engpass führt dazu, dass nicht alles eingesammelt werden kann, was potenziell zu haben wäre. „Es kann sich jeder melden, der einen PKW-Führerschein hat und sich zutraut, einen Sprinter zu fahren“, appelliert Vorsteher an alle Wuppertaler. Körperlich sei das kein Problem. „Wer zum Beispiel im Vorruhestand ist, kann das locker schaffen. Ich habe das selbst ausprobiert.“

Vorsteher macht kein Hehl daraus, wie ernst die Lage ist. „Viele, die das heute noch gar nicht wissen, werden vielleicht bald Tafel-Kunden“, fürchtet er mit Blick auf die rasant steigenden Energiekosten. Und zieht für den Augenblick ein ernüchterndes Fazit: „Wir wissen bald nicht mehr weiter ...“