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Wuppertal: Einsparmaßnahmen wirken nicht überall gleich gut

Erste Bilanz der Stadt Wuppertal : „Einsparmaßnahmen wirken, jedoch nicht überall gleich gut“

Die Stadt Wuppertal hat sich das Ziel gesetzt, den Verbrauch in den städtischen Gebäuden und Einrichtungen um 20 Prozent zu senken. So soll sich auf mögliche Gasmangellagen im Winter vorbereitet werden. Nach knapp zwei Monaten nach Einführung der ersten Sparmaßnahmen haben die Stadt und das Gebäudemanagement (GMW) nun eine erste Bilanz gezogen.

Die Einsparmaßnahmen wirken demnach, jedoch nicht überall gleich gut: „Insbesondere die Absenkung der Badewassertemperaturen und Abschaltung der Saunen erzielen den Vorgaben entsprechend realistische Einsparpotenziale. Beispielsweise sind in der Schwimmoper bereits 33.729 kWh und im SSLZ 56.800 kWh eingespart worden. Dies entspricht 18 bis 20 Prozent. Ebenso relevante Erfolge konnte auch das temporäre Abschalten des Warmwassers in den Turn- und Sporthallen während der Herbstferien erzielen.

Zusammengenommen würden durch die Maßnahmen in den Bädern und Sporthallen etwa 360.000 kWh gespart, das entspricht (nach Mittelwert in Deutschland) etwa 18 Drei-Personen-Haushalten für ein Jahr. Jetzt, wo die Warmwasserzufuhr in den Sporthallen wieder ermöglicht ist, fällt der Spareffekt jedoch geringer aus.

Weniger Einsparpotenziale gebe es auch in anderen städtischen Gebäuden, da ein Großteil dieser aufgrund von Vorgaben von Bund und Land aus den Maßnahmen herausgenommen werden müsse – darunter Schulen, Kindergärten oder Alten- und Pflegeheime, die insgesamt 60 Prozent der städtischen Gebäude ausmachen: „Im Rathaus konnte, auch aufgrund des für die Jahreszeit eher warmen Wetters, gut eingespart werden. Das GMW geht jedoch davon aus, dass sich dies mit Beginn der kalten Jahreszeit abschwächen wird. Maßnahmen wie Flächenreduzierung und Arbeiten im Homeoffice setzen nun erst ein und wurden daher noch nicht erfasst. Zum jetzigen Zeitpunkt werden die Einsparziele aber auch hier als erreichbar angesehen. Ebenso die Einsparungen im Bereich der Feuerwehrgebäude mit etwa 22 Prozent.“

  • Dezernent Arno Minas.
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  • Oberbürgermeister Prof. Uwe Schneidewind.
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  • Eine Wärmepumpe (Symbolbild).
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Aktuell ergeben die Sparmaßnahmen in den Gebäuden, in denen es möglich ist (40 Prozent) zusammengenommen etwa sechs bis neun Prozent Einsparpotenzial. „Bis zum Ende der Heizperiode werden wir wahrscheinlich nachschärften müssen und an die anderen 60 Prozent der Flächen herangehen“, meint Martin Wehling vom Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal.

Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig: „Das ist sicherlich ein Erfolg bisher. Es muss aber allen klar sein, dass im Winter, wenn es kälter wird, weitere Maßnahmen erforderlich werden. Beispielsweise hat die Nutzung von Home office noch Luft nach oben.“ Gerade im Hinblick auf die erwartbare Kostensteigerung von Gas und Strom im kommenden Jahr sei ein weiteres Einsparen unabdingbar.