Wupperraler Diner-Legende "Mad Dog" schließt

Diner-Legende schließt : Abschied vom „Mad Dog“

Damit hatte wohl keiner gerechnet: Nach 19 Jahren ist Schluss im Mad Dog in der Hahnerberger Straße. Am 31. August gibt’s in der Kult-Kneipe noch eine Abschiedsparty - in diesem typischen Saloon, wie man ihn wohl auch an der mexikanischen Grenze finden würde.

Hölzerne Totempfähle, grimmig dreinschauende Indianerköpfe und ein amerikanischer Cop mit Sonnenbrille, der gerade seine Waffe ziehen will: Radaubrüder wurden bei sowas wohl schnell friedlich. Nicht nur kulinarisch feierte man dort seit zwei Jahrzehnten den „American Way of Life“ der Nachkriegszeit. Wer glaubt, da hätte man auch gleich in eine dieser Bulettenbratereien mit Drive in-Schalter gehen können, dem sei gesagt: Nein, so lief es noch nie in der Mad Dog-Küche.

Wer die „Blues Brothers“ kennt, James Dean nachtrauert und das eine oder andere Tattoo auf der Seele pflegt, dem wird auch 62er-Cadillac-Kühlergrill an der Wand gefallen haben. Die Accessoires waren immer schon mit Liebe zum Detail gewählt und heben sich wohltuend ab von diesen klinisch leblosen Buletten-Ketten.

Im Mad Dog wurde derweil mit Leidenschaft gebastelt, dort findet man Lampenschirme in Jägermeisterflaschen. Und kuriose Accessoires wie diesen Aschenbecher in Totenkopf-Optik - die Partykeller der Sechziger lassen grüßen. Bei den Gästen wusste man nie, ob sie im Biergarten hinterm Haus das Pferd oder die alte Harley angeleint haben. Auf die Ohren gab´s passende amerikanische Kultmusik - und während es draußen regnet, wird es bei unserem Abschieds-Menü drinnen auf dem Tisch bunt. Serviert werden knackige Tortillachips und knusprig panierte Mozzarella-Sticks. Dazu als Calamari verkleidete Zwiebelringe im Bierteig und Creme Cheese Poppers: Die richtige Grundlage zu den mitgelieferten, teils feurigen Dips. Kräuterbutter und Aioli werden im Mad Dog noch selbstgemacht und sowas goutieren wir! Weil der Name so schön zum Ambiente passte, war der Hollywood-Burger die passende Wahl als Hauptgericht.

Für uns ein Novum: Die Veredlung des Hunger stillenden Gebirges mit Sauce Bernaise. Amerikanische Feinkost wie in Beverly Hills, aber: Es passt und schmeckt! Wenn wir unbedingt gewollt hätten, wäre auch eine vegetarische Burger-Variante möglich gewesen. Aber wir wissen es ja: Diese Kultur fremdelt mit dem Fleischlosen. Weil das selbstgemachte Aioli so lecker war, haben wir es gleich nochmal mit Knoblauchbrot bestellt. Als Nachtisch haben wir uns dann auch noch ein hausgemachtes Tiramisu mit Oreo-Keksen gegönnt.

Immerhin: Der Mad-Dog-Standort bleibt als Gastro-Location erhalten. Am 2. Oktober eröffnet hier „MaxX Bar & Restaurant“ laut eigener Ankündigung mit neu kreierten Burgern und feinsten Fleischspezialitäten. Dahinter steht das Team des Haaner Restaurants Königshöhe, das sich damit ein zweites Standbein in der Nachbarstadt schafft.

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