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Trockenheit setzt Wuppertaler Bäumen immer mehr zu

Umwelt : Trockenheit setzt Wuppertaler Bäumen immer mehr zu

Hoch oben im Baum surrt die Säge, dann fällt ein Ast und das grüne Blätterdach im Kaiser-Wilhelm-Hain ist wieder ein bisschen mehr gelichtet. „Was wir hier sehen, ist symptomatisch für unsere Parks und Wälder“, erläutert Annette Berendes, Leiterin des Ressorts Grünflächen und Forsten. „Die trockenen Sommer der vergangenen Jahre und diesen Jahres machen unseren Bäumen, besonders den Buchen, sehr zu schaffen.“

Die Folge: Neun der über 100 Jahre alten Bäume im Park müssen aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Das geht an den städtischen Gärtner nicht spurlos vorüber, sie kümmern sich um die betroffenen Bäume häufig bereits seit Jahrzehnten. Bei rund 80 weiteren Buchen müssen große, abgestorbene Äste aus der Krone geschnitten werden.

„Wir haben hier ein enges Wegenetz. Wir müssen dafür sorgen, dass die trockenen Äste nicht über den Wegen sind und Menschen beim Herunterfallen gefährden“, so Carsten Gnipp, zuständiger Meister für den Bereich Uellendahl-Katernberg. Für die Arbeiten an den Bäumen werden die Wege im Park immer wieder abschnittsweise gesperrt. Die Stadt bittet um Verständnis. Das Problem mit der Trockenheit, die den Bäumen schadet, setzt sich fort: Werden die Kronen der Buchen ausgelichtet, bekommen die verbleibenden Buchen sowie die Schösslinge, die darunter wachsen, mehr Licht als notwendig. „Buchen sind empfindlich. Bei zu viel Sonne sind die Stämme anfällig, sie bekommen eine Art Sonnenbrand, die Rinde bricht und schon haben Schädlinge und Pilze leichtes Spiel“, erklärt Berendes.

Ziel der Aktion im Kaiser-Wilhelm-Hain: Durch ein Fachunternehmen sollen die toten Äste und kranken Bäume so schonend wie möglich entfernt werden. So soll der Bestand erhalten bleiben – in einem Park, der schon 1896 vom Elberfelder Verschönerungsverein gegründet wurde und als grüne Oase für das Stadtklima und eine attraktive Umgebung sorgt. Im Kaiser-Wilhelm-Hain sollen die Arbeiten in rund einer Woche beendet sein. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ressort Grünflächen und Forsten gilt das nicht: Sie haben mit dem Eichenprozessionsspinner, mit den Folgen des Borkenkäfer-Befalls und den Folgen der Trockenheit weiter mehr als genug zu tun.